Corona-Faktencheck

03. Dezember 2021 08:37; Akt: 03.12.2021 08:45 Print

Impfung führt nicht zu gefährlicheren Varianten

Echt oder fake? Diese Frage stellt man sich angesichts der unzähligen Meldungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 und seinen Auswirkungen auf die Welt regelmäßig.

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Je mehr Chancen man dem Coronavirus gibt, sich zu vermehren, desto mehr Mutationen wird es entwickeln. (Symbolbild)

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In impfgegnerischen Kreisen hält sich hartnäckig das Gerücht, dass die Covid-19-Impfungen zur Ausbildung neuer, noch gefährlicherer Varianten führen. Befeuert hat es Geert Vanden Bossche. Der Veterinärmediziner mit einem Abschluss in Virologie betrachtet die Covid-19-Impfstoffe als große Gefahr, wie er in einem offenen Brief an die WHO und auf Youtube zum Ausdruck brachte. Seiner Meinung nach schaffen sie ein «unkontrollierbares Monster», weil sie den Selektionsdruck auf das Virus erhöhten. Doch dem ist nicht so.

«Mutationen entwickeln sich bevorzugt in Personen mit einem geschwächten Immunsystem», so Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. In ihnen könne sich das Virus teilweise über Monate vermehren. Entsprechend habe der Erreger viel Zeit, verschiedene Dinge auszuprobieren. Auch der Ursprung der Omikron-Variante wird in einem geschwächten Körper vermutet.

Unterschied, ob das Virus auf Ungeimpfte oder Geimpfte trifft

Grundsätzlich gilt: Je mehr Chancen man dem Coronavirus gibt, sich zu vermehren, desto mehr Mutationen wird es entwickeln. Es nutzt jede Gelegenheit. Deshalb ist es wichtig, die Zahl der Ansteckungen möglichst niedrig zu halten. Sollte es zu einer Infektion kommen, ist es von Vorteil, die Dauer der Infektion so kurz wie möglich zu halten. Dazu tragen die Impfstoffe bei wie Science.org schreibt: Während die Immunabwehr einer ungeimpften Person bei Null anfangen muss, kann das Immunsystem von Geimpften auf einer bereits vorhandenen Basis aufbauen. Es feuert also schneller und härter.

Eine im Juli veröffentlichte Vorabstudie eines US-indischen Forschungsteams stützt das: Die Forschenden zeigen darin, dass es einen Unterschied macht, ob das Virus in einem geimpften oder einem ungeimpften Menschen mutiert. Bei Personen, die sich trotz der Impfung infizierten, fanden sie 38 Mutationen im Spikeprotein des Virus. Bei Ungeimpften waren es derer 68. Weiter zeigten die Forschenden am Beispiel von Großbritannien, Indien, Frankreich, Israel und den USA, dass die genetische Vielfalt von Sars-CoV-2 nach dem Start der Impfkampagnen begonnen hat, abzunehmen.

Die Autorinnen und Autoren schreiben aber auch, dass die Abnahme der genetischen Virusdiversität mit einem verstärkten Auftreten der von der WHO als besorgniserregend eingestuften Varianten einhergeht. Dies aber nicht etwa, weil die Impfungen diese hervorrufen würde, sondern weil die fitteren Varianten den Impfschutz leichter durchbrechen können. Sie haben damit gegenüber den weniger fitten Varianten einen Vorteil und verdrängen diese.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Joss am 03.12.2021 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    Uuuuh, dat do héieren eis Hobby-Virologen awer nik gär.

  • Mim79 am 03.12.2021 11:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alt erem e Veihdoktor deen knoutert!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mim79 am 03.12.2021 11:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alt erem e Veihdoktor deen knoutert!!!

    • Joss am 03.12.2021 13:48 Report Diesen Beitrag melden

      An zack....den éischten Hobby-Virolog as ukomm :)

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  • Joss am 03.12.2021 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    Uuuuh, dat do héieren eis Hobby-Virologen awer nik gär.