Geschlecht des Babys

21. September 2020 22:02; Akt: 21.09.2020 22:08 Print

Inder schlitzt seine hochschwangere Frau auf

Nachdem seine Frau fünf Töchter zur Welt gebracht hatte, wollte ein Mann aus Uttar Pradesh herausfinden, ob sie diesmal einen Jungen erwarte. Er griff zur Sichel.

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In der Ortschaft Badaun im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh ist eine hochschwangere Frau im kritischen Zustand ins Krankenhaus eingeliefert worden. Ihr 43 Jahre alter Mann hatte ihren Bauch mit einer Sichel aufgeschlitzt, um das Geschlecht des Babys herauszufinden.

Ob das Kind die Attacke überlebt hat, ist unklar. Während die BBC schreibt, das Baby sei beim Angriff so schwer verletzt worden, dass es tot zur Welt kam, meldet die «Times of India», dass das Kind – ein Junge – wohlauf sei.

Mann gibt Angriff zu – aber es sei «ein Unfall» gewesen

Die Familie der Frau behauptet, das Paar habe schon seit längerer Zeit Streit gehabt, weil der Mann Druck auf seine Frau ausübte, endlich einen Jungen zur Welt zu bringen. Die beiden haben bereits fünf Töchter. Ein Priester im Dorf soll den Mann kürzlich gewarnt haben, die Frau erwarte erneut ein Mädchen .

Der Ehemann wurde von der Polizei verhaftet. Er gibt zu, seine Frau verletzt zu haben. Es sei aber ein Unfall gewesen. Im Streit habe er die Sichel gegen sie geworfen. Er habe nicht geglaubt, dass er sie so schwer verletzen könne. Die Familie der Frau hingegen sagt, er habe sie absichtlich aufgeschnitten.

Das tragische Schicksal der ungewollten Mädchen

Der Wunsch indischer Eltern, Söhne anstelle von Töchtern zu haben, hat zu einem verzerrten Geschlechterverhältnis geführt. Laut einem Bericht des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) vom diesjährigen Juni sind in den letzten 50 Jahren rund 46 Millionen Mädchen in Indien verschwunden.

Jährlich werden bis zu 460.000 Mädchen durch Abtreibung nach geschlechtsspezifischer Tests getötet. Außerdem ist die Sterblichkeit unter den weiblichen Babys viel höher, weil Mädchen nach der Geburt absichtlich vernachlässigt werden.

In einem Bericht der indischen Regierung aus dem Jahr 2018 heißt es, der Wunsch nach Söhnen habe im Tod von 21 Millionen «unerwünschte» Mädchen resultiert. Der Bericht des Finanzministeriums ergab, dass viele Paare so lange Kinder zur Welt bringen, bis sie einen Jungen haben.

(L'essentiel/Karin Leuthold)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • InderFlüsterer am 22.09.2020 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Das liegt doch nur an der Mitgift die man geben muss wenn man eine Tochter hat. Die meisten sind zu Arm das zu Tragen. Diese mittelalterliche Rollenmodell befeuert durch fehlendes Sozialsystem und einem Kastenreligion aus dem es kein entfliehen gibt - tja 18% der Erdbevölkerung lebt nunmal so.

  • jimbo am 21.09.2020 23:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Op der enger Platz sin keng Meedecher erwenscht, op der anerer Platz gin männlech Jippelcher an de Schredder geheit...

  • Billy am 23.09.2020 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    It’s a prank

Die neusten Leser-Kommentare

  • Billy am 23.09.2020 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    It’s a prank

  • Neuro Chirurg am 23.09.2020 07:30 Report Diesen Beitrag melden

    Il faudrait ouvrir la tête de ce type pour voir s'il y a un cerveau à l'intérieur!

  • InderFlüsterer am 22.09.2020 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Das liegt doch nur an der Mitgift die man geben muss wenn man eine Tochter hat. Die meisten sind zu Arm das zu Tragen. Diese mittelalterliche Rollenmodell befeuert durch fehlendes Sozialsystem und einem Kastenreligion aus dem es kein entfliehen gibt - tja 18% der Erdbevölkerung lebt nunmal so.

  • jimbo am 21.09.2020 23:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Op der enger Platz sin keng Meedecher erwenscht, op der anerer Platz gin männlech Jippelcher an de Schredder geheit...