Drei Tage Freigang

27. August 2018 09:34; Akt: 27.08.2018 12:54 Print

Iranisch-​​britische Staats-​​Bürgerin wieder in Haft

Seit mehr als zwei Jahren ist eine iranisch-britische Staatsbürgerin im Iran in Haft. Ein Freigang machte zunächst Hoffnung auf Freilassung der Projektleiterin.

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Die iranisch-britische Staatsbürgerin Nazanin Zaghari-Ratcliffe ist wieder in Haft. Der dreitägige Freigang sei nicht verlängert worden, teilte die Organisation Free Nazanin am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Die Auszeit hatte Hoffnungen genährt, die verbleibende Haftzeit könne in eine Art Hausarrest umgewandelt werden.

Die Mitarbeiterin der Journalisten-Stiftung Thomson Reuters war im April 2016 am Flughafen von Teheran im Beisein ihrer heute vierjährigen Tochter festgenommen worden, nachdem sie Verwandte besucht hatte.

Im September 2016 wurde sie wegen Teilnahme an Demonstrationen im Jahr 2009 mit dem Ziel, die iranische Regierung zu stürzen, zu fünf Jahren Haft verurteilt. Den Vorwurf, sie habe Spionage betrieben und durch Ausbildung von Journalisten im Iran auf einen Sturz des Regimes hingearbeitet, weist Zaghari-Ratcliffe zurück.

Anwalt kämpfte um Verlängerung des Hafturlaubs

Am Donnerstag war die 39-Jährige für drei Tage aus der Haft entlassen worden. Nach Angaben ihres Mannes Richard Ratcliffe bemühte sich ihr Anwalt um eine Verlängerung des Hafturlaubs. Der Brite Richard Ratcliffe darf nicht in den Iran einreisen.

Am Freitag hatte er der Nachrichtenagentur AFP gesagt, die vorübergehende Freilassung sei ein Hoffnungsschimmer für eine dauerhafte Freilassung seiner Frau. Die Organisation Free Nazanin veröffentlichte ein Bild auf Twitter, das Zaghari-Ratcliffe beim Abschied von ihrer Tochter zeigt.

«Das war offensichtlich nicht genug»

Durch den Fall werden auch die diplomatischen Beziehungen Großbritanniens mit dem Iran überschattet. Großbritanniens Außenminister Jeremy Hunt setzt sich persönlich für die Freilassung Zaghari-Ratcliffes ein.

Er habe am Freitag mit seinem iranischen Amtskollegen Mohammad Javad Zarif gesprochen. «Das war offensichtlich nicht genug», twitterte Hunt am Sonntag. «Der Kampf geht weiter.»

(L'essentiel/kko/afp)

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