In Zürich

24. April 2017 16:42; Akt: 24.04.2017 16:52 Print

Islamisten dürfen nicht ins «World Trade Center»

Ausgerechnet im Züricher «World Trade Center» wollten radikale Muslime eine Konferenz abhalten. Doch daraus wird vorerst nichts.

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Es sollte einer der größten Islamisten-Aufmärsche werden: Abdel Azziz Qaasim Illi, Vorstandsmitglied des Zentralrats, spricht an einer Veranstaltung am 30. April 2016.

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Eine vom Islamischen Zentralrat Schweiz (IZRS) geplante «Longing for Peace»-Konferenz kann nicht im World Trade Center (WTC) in Zürich-Oerlikon stattfinden. Die Besitzerin des Gebäudes, die Pensionskasse BVK, hat das entschieden.

Dies habe die BVK nach detaillierten Abklärungen beschlossen, wie sie am Montag gegenüber der Schweizer Nachrichtenagentur SDA mitteilte. Sie bestätigte damit eine entsprechende Meldung des «Blick». Die Veranstaltung hätte am am 6. und 7. Mai stattfinden sollen.

«Nach detaillierteren Abklärungen hat die BVK beschlossen, dass der erwähnte Anlass im WTC nicht durchgeführt werden darf,» kommentiert BVK-Geschäftsleitungsmitglied Florian Küng gegenüber «Blick».

IZRS ist nicht informiert

Abdel Azziz Qaasim Illi, Vorstandsmitglied des Zentralrats, wusste kurz nach Bekanntwerden der Absage noch nichts davon. «Ich habe bei meinem Vermieter nachgefragt, dieser hat mir gegenüber bestätigt, dass der Vertrag weiterhin besteht», sagt Illi zu 20 Minuten. Auch der IZRS halte an diesem rechtsgültigen Vertrag fest.

Sollte dieser trotzdem gebrochen werden, ergreife der Islamische Zentralrat ein Rechtsmittel wegen Vertragsbruchs und wolle eine superprovisorische Verfügung erwirken.

IZRS hat Plan B

Generalsekretärin Ferah Ulucay fügt an, dass der IZRS einen Plan B habe, falls die Veranstaltung tatsächlich nicht durchgeführt werden könne. Das Facility- und Event-Management war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Publik wurde die Konferenz durch einen Bericht in der jüngsten Ausgabe des «SonntagsBlicks». Laut diesem dürfte es zu einem der größten Islamistenaufmärsche der vergangenen Jahre in der Schweiz kommen.

Kritik an Veranstaltern, die Räume zur Verfügung stellen

Der Zürcher Regierungsrat Mario Fehr (SP) bezog am Sonntag in einem Interview mit Radio 1 Stellung. «Wir schauen genauer hin», sagte er. «Wir stehen in Kontakt mit den Bundesbehörden und der Stadt Zürich.» Selbstverständlich überprüfe man, wer an der Veranstaltung teilnehmen wolle und für welche Personen es Einreisesperren gebe.

Es sei ein offenes Geheimnis, dass er für die Leute des IZRS gar nichts übrig habe, sagte Fehr weiter. Die Verantwortung liege aber auch bei der Zivilgesellschaft. Er kritisiere sämtliche Leute, die solchen Propagandaveranstaltungen Vorschub leisten würden.

Der Zürcher Sicherheitsdirektor meinte damit explizit auch die Veranstalter, die für solche Anlässe Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Dies gelte gleichermassen für Anlässe von Rechtsradikalen.

(L'essentiel)

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