300-jähriges Dokument

02. Dezember 2018 14:42; Akt: 02.12.2018 14:44 Print

Ist das ein echter Ninja-​​Vertrag?

Wer Ninja werden wollte, musste im historischen Japan ein Schweigegelübde ablegen. Das belegt ein neu aufgetauchtes Schriftstück aus dem späten 17. Jahrhundert.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Japanische Ninjas gelten als sagenumwobene Kampfkünstler, über deren Traditionen bis heute nur wenig bekannt ist. Nun haben japanische Forscher einen jahrhundertealten Ninja-Eid entdeckt, in dem die Kämpfer gelobten, die Geheimnisse ihrer außerordentlichen Spionage- und Sabotagefähigkeiten unter keinen Umständen preiszugeben. Insgesamt umfasst das Dokument sechs Versprechen, die vor rund 300 Jahren von einem Ninja namens «Insouke Kizu» unterzeichnet wurden.

In dem geheimen Dokument dankte Kizu seinem Meister dafür, ihn in die «Ninjutsu» oder «Ninja-Kunst» eingeführt zu haben. Der Ninja aus den Bergen bei Kyoto gelobte in seinem Schwur, das Wissen niemals weiterzugeben und sein Wissen nicht für Diebstahl zu missbrauchen.

Die Strafe aller Götter

«Diebe und Ninjas taten das Gleiche. Sie brachen in fremde Häuser ein – nur für die Ninjas hatte Moral einen viel höheren Stellenwert», sagte der Wissenschaftler Yoshiki Takao vom staatlichen internationalen Ninja-Forschungszentrum der Mie-Universität. Aus heutiger Sicht seien Ninjas Staatsbedienstete gewesen, die Sicherheit gewährleisteten und Informationen sammelten, fügte er hinzu.

Das nun enthüllte Dokument zeigt besonders deutlich, wie ernst die sagenumwobenen Kämpfer die Geheimhaltung ihres Wissens nahmen. So erkannte Kinzu in dem Eid an, die Strafe «aller kleinen und großen Götter in mehr als 60 japanischen Provinzen» auf sich zu ziehen, sollte er sein Versprechen brechen. Bis heute ist nur wenig über die Ninja-Traditionen bekannt, die meist nur mündlich weitergegeben wurden.

130 Dokumente

Auf besonderes Interesse der Wissenschaftler stieß außerdem ein weiteres Gelöbnis im Dokument, das die tatsächliche Nutzung der geheimen «Bansenshukai» aus dem 17. Jahrhundert beweist. Diese gilt als «Ninja-Enzyklopädie», deren Inhalt nicht in vollem Umfang bekannt ist.

Insgesamt hinterließ Kinzus Familie der Universität 130 Dokumente, zu denen auch das Eid-Dokument gehört. Die Experten der Mie-Universität kooperieren mit Ingenieuren und der wissenschaftlichen Fakultät, um das Vermächtnis der Ninjas nachzubilden.

(L'essentiel/mat/sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.