Fake-Check

08. Februar 2018 19:04; Akt: 08.02.2018 19:04 Print

Ist der Tesla gar nicht im All unterwegs?

Der Weltraumflug des kirschroten Tesla Roadster hat die Welt zum Staunen gebracht. Doch nicht jeder ist überzeugt, dass das Auto tatsächlich dort ist.

Zu schön, um wahr zu sein? Der Tesla unterwegs im All. (Video: Tamedia/SpaceX)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Sogar SpaceX-Boss Elon Musk gibt zu, dass die Aufnahmen seines Tesla Roadster im All irgendwie falsch aussehen. «Es sieht so lächerlich und unmöglich aus», sagte er nach dem Start der Falcon-Heavy-Rakete, die den Sportwagen am Dienstag ins All beförderte. «Aber du kannst sicher sein, dass es real ist, weil es so fake aussieht. Ehrlich», erklärte er weiter. Doch nicht jeder nimmt ihm das ab.

Besonders die Flat-Earther, die glauben, dass die Erde eine Scheibe sei, kauften Musk die Pioniertat nicht ab. Nach dem weltweit mit Spannung verfolgten Start der zurzeit stärksten Rakete schrieb die Flat Earth Society auf Twitter: «Menschen, die glauben, dass die Erde eine Kugel ist, weil ‹sie im Internet ein Auto im Weltall gesehen haben›, sind die gleichen, die sagen: ‹Es ist wahr, ich habe es im TV gesehen.› Das ist ein schwaches Argument. Wieso sollten wird glauben, dass irgendein Privatunternehmen die Wahrheit sagt?»

Sterne fehlen

Andere Flat-Earther tauften das Raumfahrtunternehmen kurzerhand in FakeX um und bestanden darauf, dass der Weltraum-Tesla mitsamt der Starman-Puppe am Steuer im Photoshop entstanden sei. Als Beweis führt ein Flat-Earther an, dass im Hintergrund keine Sterne zu sehen sind.

Dafür gibt es allerdings eine Erklärung. Obwohl im All unzählige Sterne zu sehen sind, leuchten sie verglichen mit der Erde und dem Mond viel schwächer. Um im Weltall aber gute Bilder von einem sich rasant bewegenden Objekt hinzukriegen, muss mit sehr kurzer Verschlusszeit gearbeitet werden, wie Iflscience.com schreibt. Dabei wird alles, was nicht hell ist, ganz einfach nicht abgebildet. Ähnlich wie auf einem nächtlichen Handyselfie sieht man außer den gut ausgeleuchteten Bereichen, dem eigenen Gesicht zum Beispiel, nur Schwarz.

Unwirkliche Farben

Auch die Farbe des kirschroten Teslas wurde als Beweis für eine Fälschung angeführt. Tatsächlich sieht die Farbe des Sportwagens anders aus als auf der Erde. Irgendwie strahlender, knackiger. Das liegt daran, dass im Weltraum im Gegensatz zur Erde kaum Partikel im Raum schweben, von denen das Licht abgelenkt und dadurch gestreut wird. Auch wird das Licht in der Luft anders gebrochen als im Vakuum des Alls. Aus diesem Grund gelingen mit dem Hubble-Weltraumteleskop auch derart viel bessere Aufnahmen von weit entfernten Sternsystemen, als dies mit einem Teleskop auf der Erde möglich wäre.

Eigentlich sind wir solche Bilder mit knackigen Farben aus dem All längst gewohnt. Das Blue Marble getaufte Bild der Erde aus 45.000 Kilometern Entfernung zum Beispiel existiert seit über 45 Jahren. Doch vielleicht habe man das auf diesen Bildern nicht realisiert, weil sie nicht so verrückt aussähen wie ein Tesla Roadster auf dem Weg in den Asteroidengürtel, erklärte Rick Sachleben, Experte der American Chemical Society, auf Livescience.com.

Mordkomplott?

Diese Argumente werden Zweifler natürlich nicht von ihrer Meinung abbringen, allen anderen aber sei gesagt: Nur weil etwas aussieht wie aus einem Hollywoodfilm, muss es nicht zwingend eine Fälschung sein. Man kann also getrost davon ausgehen, dass der Tesla im All unterwegs ist. Auch wenn er sich etwas verfahren hat.

Und glaubt man einem anderen Twitter-Spaßvogel, hatte Elon Musk auch gar kein Interesse daran, die ganze Aktion zu faken. Im Gegenteil: Twitter-Nutzer Jim McCauley spekuliert, dass im Starman mehr steckt, als Musk zugibt. Er fragt: «Was wäre, wenn Elon Musk soeben den perfekten Mord begangen hat?»

(L'essentiel/jcg)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 21.Jorhonnert mä ëmmer souvill domm Leit am 09.02.2018 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Et misst een déi Flat-Earther an enger Rakéit op Mars schéissen ouni Retour. Et wär gutt, fir d'Wëssenschaft, fir d'Mënschheet and fir déi Toperten.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • 21.Jorhonnert mä ëmmer souvill domm Leit am 09.02.2018 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Et misst een déi Flat-Earther an enger Rakéit op Mars schéissen ouni Retour. Et wär gutt, fir d'Wëssenschaft, fir d'Mënschheet and fir déi Toperten.

    • Round-Earther am 14.02.2018 08:12 Report Diesen Beitrag melden

      Ah genau sou ech hätt dat net besser gesoot. Anstatt dat Menchheet mei gescheit get, get se emmer mei domm.

    einklappen einklappen