Nachricht nach 30 Jahren

10. September 2018 15:50; Akt: 10.09.2018 15:58 Print

Ist ein tot geglaubter Soldat doch am Leben?

Igor Bilokurow soll im Afghanistankrieg gefallen sein. 30 Jahre später erreichen seine Mutter in der Ukraine unglaubliche Nachrichten.

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Igor Bilokurow ist einer von 417 Soldaten, die offiziell als vermisst gelten, seit sich die Sowjetunion 1989 aus Afghanistan zurückzog.

Der Ukrainer aus der Region Wolhynien im Nordwesten der Ukraine war ein Jahr zuvor, im April 1988, verschwunden. Sein Konvoi sei bei Kandahar angegriffen und Igor dabei wahrscheinlich getötet worden, hieß es.

Über 20 Jahre später fand sich Igors Mutter Antonina mit ihrem Schicksal ab. Vor vier Jahren ließ sie in ihrem Dorf eine Gedenktafel für ihren Sohn errichten: «Ich befürchtete, dass Igor vergessen wird, wenn ich sterbe», sagte sie der BBC.

Aufwühlende Nachricht von russischen Geophysikern

Doch dieses Jahr erreichten sie aufwühlende Nachrichten: Ein russisches Geophysiker-Team, das in Afghanistan Grundwasseruntersuchungen durchführte, meldete sich bei einer russischen Veteranengruppe: Es habe im afghanischen Mazar-i-Sharif einen Mann gefunden, der angab, aus der Ukraine zu stammen. Er sprach weder Ukrainisch noch Russisch, wiederholte aber das einzige Wort, an das er sich erinnerte: Wolhynien.

Mitglieder der Veteranenorganisation reisten daraufhin nach Afghanistan, um dem Mann DNA zu entnehmen.

Amnesie wegen schweren Kopfverletzungen?

Sie fanden ihn tatsächlich in Mazar-i-Sharif. Er, der sich heute Amreddin nennt, zeigte ihnen Narben von schweren Verletzungen, die er sich vor Jahrzehnten im Krieg zugezogen hatte. Allerdings hatte er keine Erinnerungen an seine ukrainische Vergangenheit und wusste auch nicht, ob er früher Igor hieß. Möglicherweise haben die Verletzungen einen anhaltenden Gedächtnisverlust verursacht.

Die Veteranen entnahmen dem Mann DNA und sandten die Proben ein. «Wenn wir die Testresultate erhalten, haben wir die Gewissheit, ob der Mann wirklich Igor Bilokurow ist», sagte Oleg Chuiko. Er sei sich allerdings sicher, dass der Mann ein ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener sei.

«Dann werden wir ihm eine Frau finden»

Seine Mutter, der die BBC Fotos des unbekannten Mannes aus Afghanistan vorlegte, will ihren Sohn an den Augen und den «kleinen Ohren» wiedererkannt haben. Auch Freunde und Verwandte sind überzeugt, dass der Mann Igor aus Wolhynien ist. Ob sie nicht einfach glauben wollten, dass der Mann Igor sei, fragte ein BBC-Reporter. «Nein, wir sind uns sicher: Er ist es», lautete die Antwort unisono.

Die DNA-Testresultate werden «bald» erwartet, so die BBC. Dann werden Igors Mutter und Freunde Gewissheit haben. «Er muss hierher zurückkommen», sagte die alte Frau. «Dann werden wir zusammen leben und ihm eine Frau finden.»

(L'essentiel/gux)

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