Corona-Hotspot

27. März 2020 10:30; Akt: 27.03.2020 14:29 Print

Ist Ischgl in Tirol der Corona-​​Hotspot?

Die Kritik am Land Tirol und dem Wintersportort Ischgl wird größer. So wurde der Skibetrieb nicht rechtzeitig eingestellt, was die schnelle Verbreitung des Virus gefördert habe.

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Ein Skifahrer geht mit geschulterten Skiern auf einer Straße. Tirol hat die Skisaison vorzeitig beendet. Zu spät lautet der Vorwurf. (Bild: DPA/Jakob Gruber)

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Die Kritik am Land Tirol und vor allem dem beliebten Wintersportort Ischgl als mögliche Keimzellen des Coronavirus reißt weiterhin nicht ab. Ein österreichischer Verbraucherschützer hat nach eigenen Angaben inzwischen 400 Zuschriften von Menschen gesammelt, die glauben, sich in Tirol mit Sars-CoV-2 infiziert zu haben. «Den Schwerpunkt bilden derzeit deutsche Urlauber mit 356 Meldungen. Bislang betreffen rund 90 Prozent der Meldungen Ischgl und das Paznauntal» teilte Peter Kolba vom Verbraucherschutzverein VSV am Freitag mit. Die Zuschriften sammelt er seit Mittwoch.

Kolba hatte Anfang der Woche zunächst Tirols Landeschef Günther Platter, Landesräte, Bürgermeister und Seilbahngesellschaften bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Diese teilte aber mit, dass sie auf der Grundlage von gesammelten Medienberichten keine Ermittlungen einleiten werde. Daher wolle er nun Zeugen und die Schilderungen von Betroffenen anbieten, «die den Verdacht, dass aus kommerziellen Gründen die Schließung der Ski-Gebiete verzögert wurde, verstärken», erklärte Kolba.

Das Land Tirol wird seit Tagen dafür kritisiert, im Kampf gegen das Coronavirus den Skibetrieb nicht schnell genug eingestellt zu haben. Vor allem Ischgl rückte in den Fokus, weil dort ein Barkeeper einer beliebten Après-Ski-Bar Anfang März positiv auf das Virus getestet wurde und zuvor zahlreiche Gäste angesteckt haben könnte. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft zum Verdacht, dass der positive Coronavirus-Test einer Mitarbeiterin eines weiteren Ischgler Gastronomiebetriebes Ende Februar nicht den Behörden gemeldet wurde.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Filz im Paznauntal am 27.03.2020 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Verfilzung zwischen Tourismus, Wirtschaftskammer, Verwaltung und Politik ... China oder Oesterreich zeichnen sich aus durch fahrlässige Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten... Mein klares FAZIT für die Gesundheit meiner Familie : NIE MEHR URLAUB IM TIROL und sowieso nicht in china !!!

  • Nico am 27.03.2020 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Jawoll. Schön gesoffen, alles egal, und danach dann die Betreiber anklagen. Alle haben ein Handy. Guckt einfach mal zwischen den Saufbildern auf denen ihr eure One-Night-Stands drauf habt. Da gab es sicherlich auch Meldungen. Wir leben im Jahr 2020. Es wurde überall publiziert. Nur weil ihr besoffen wart, heisst das nicht, dass ihr nicht informiert wurdet. Wie sehr dieser Virus Mensch einen aber auch anekelt.

  • kaa am 27.03.2020 16:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    d‘Natur revanchéiert sech no jorelangem Messbrauch

Die neusten Leser-Kommentare

  • Robert Schäfer (Schweich (D)) am 29.03.2020 23:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist einfach traurig das den Touristenstädten das Geld wichtiger war als die Vieusverbreitung einzudämmen. Nico hat in seinem Kommentar allerdings Recht, man kann dich aber informieren. Der Karnval und die Fastnacht hätten bei uns in Deutschland auch abgesagt werden müssen! Traurig das die Kontrolle am Luxemburger und den Deutschen Flughäfen nicht erfolgt sind, man hätte gerade bei Ankommenden Reisenden aus dem asiatischen Raum direkt kontrollieren oder ganz die Einreise verweigern müssen!

  • Heng am 28.03.2020 09:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sie hunn a Spurnien an Marokko iwerwantert kommen lo Heem an direkt an Geschaeft??wat soll dat??an Quarantäne da lachen ????

  • kaa am 27.03.2020 16:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    d‘Natur revanchéiert sech no jorelangem Messbrauch

  • Julie am 27.03.2020 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Diese Krise wird endlos viele Gerichtsverfahren nach sich ziehen, es geht schliesslich um Tote und der Frage hätte man dies vermeiden können, z. B. indem man Rückkehrer aus Risikogebieten abgefangen und in Quarantäne geschickt hätte, jeder kennt das Bsp der Frau die sich wundert als sie am Findel ankommt und ohne Kontrolle weiterziehen kann. Amerika ist Weltmeister der Gerichtsprozesse, macht euch auf was gefasst...

  • Filz im Paznauntal am 27.03.2020 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Verfilzung zwischen Tourismus, Wirtschaftskammer, Verwaltung und Politik ... China oder Oesterreich zeichnen sich aus durch fahrlässige Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten... Mein klares FAZIT für die Gesundheit meiner Familie : NIE MEHR URLAUB IM TIROL und sowieso nicht in china !!!