Zoff in WG

06. Dezember 2018 13:41; Akt: 06.12.2018 13:47 Print

Joghurt-​​Diebin mit DNA-​​Test ermittelt

In einer Frauen-WG in Taiwan wurde nach dem Verschwinden eines Joghurtdrinks die Polizei eingeschaltet. Diese handelte mit wenig gesundem Menschenverstand.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nur ein Narr schießt mit Kanonen auf Mücken, sagte Konfuzius. Doch das ist genau das, was die Polizei in Taiwan neulich getan hat. Die Beamten ermittelten mit kostspieligen Verfahren eine Diebin, die in einer Wohngemeinschaft ein Joghurtgetränk aus dem Kühlschrank entwendet und ausgetrunken hatte.

Wie der Sender TVBS berichtet, hatte die Besitzerin des Joghurtdrinks vor rund einem Monat bemerkt, dass ihr Getränk verschwunden war. Sie fand schließlich die leere Flasche im Abfallkübel. Als sie ihre fünf Mitbewohnerinnen, alle Studentinnen der Chinese Culture University in Taipeh, damit konfrontierte, gab keine den Diebstahl zu.

Gesunder Menschenverstand?

So brachte die erboste Frau die Flasche zur Polizei. Sie erstattete eine Anzeige wegen Diebstahls und forderte die Behörde dazu auf, die Täterin zu ermitteln. Spätestens an diesem Punkt hätte der gesunde Menschenverstand der Beamten funktionieren müssen, doch auf Verlangen des Opfers leiteten sie tatsächlich eine offizielle Untersuchung ein.

Weil die Flasche zu nass war, um Fingerabdrücke zu entnehmen, forderte die Frau einen DNA-Test an. Die Beamten stimmten dem zu. Die fünf verdächtigen Mitbewohnerinnen sowie die Bestohlene mussten daraufhin im forensischen Institut DNA-Material abgeben.

Eine Frage des Kostenvorteils

Am Schluss wurde eine der Frauen als Täterin enttarnt, wie die BBC berichtet. Die Kosten waren allerdings enorm: Jeder Test hatte umgerechnet rund 86 Euro gekostet, das Joghurt lediglich 1.70 Euro.

In Taiwan sorgt das Vorgehen der Polizei für Empörung. «Das ist eine reine Verschwendung von Steuergeldern», sagte ein Mann zur lokalen Zeitung Apple Daily. Die Polizei hätte der Frau besser ein neues Joghurt gekauft und sie wieder nach Hause geschickt.

(L'essentiel/kle)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.