Schweiz

20. August 2019 10:19; Akt: 20.08.2019 10:33 Print

Kampfjets begleiten russisches Flugzeug

Rund fünf Minuten lang begleiteten Jets der Schweizer Luftwaffe am Montag ein Flugzeug der russischen Regierung. Das sei Routine, bestätigt die Armee.

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Russische Beamte und Journalisten, die am Montag in einem Flugzeug der russischen Regierung zu einem Putin-Macron-Gipfel nach Frankreich unterwegs waren, staunten nicht schlecht, als ihre Maschine plötzlich von der Schweizer Flugwaffe flankiert wurde.

Wie das russische Newsportal RT schreibt, sollen die beiden Jets die russische Maschine rund fünf Minuten lang begleitet haben, während sie durch den Schweizer Luftraum flog.

Routine-Kontrolle

Putins Sprecher Dmitri Peskow, der zu den Passagieren gehörte, sagte, die Schweizer Begleitung sei «gut» und erinnere ihn an eine ähnliche Begegnung im Jahr 2016. Auf Anfrage seitens Russland soll die Schweiz die Begegnung in luftiger Höhe vom Montag als «Akt der Gastfreundschaft» bezeichnet haben.

Eine Sprecherin der Armee bestätigt den Einsatz. Es habe sich dabei um eine Routinekontrolle der Luftpolizei gehandelt. Dabei werde kontrolliert, ob die angemeldete Maschine tatsächlich in der Luft ist und ob die Matrikelnummer stimmt. Solche Kontrollen werden 300 bis 400 Mal pro Jahr durchgeführt. Die Herkunft der Maschine spiele dabei keine Rolle.

Bereits 2016 wurde ein russisches Regierungsflugzeug im Schweizer Luftfahrtraum sieben Minuten lang von Maschinen der Schweizer Luftwaffe flankiert. Auch damals habe Russland laut RT nach einer Erklärung verlangt. Das Schweizer Verteidigungsministerium ließ daraufhin verlauten, dass es sich ebenfalls um eine «Routinekontrolle» gehandelt hat.

Macron schlägt Putin neuen Ukraine-Gipfel vor

Fünf Tage vor dem G7-Gipfel in Frankreich hat Präsident Emmanuel Macron am Montag auf Fort Brégançon an der französischen Mittelmeerküste Zeichen der Annäherung an Russland ausgesandt und eine neue Initiative für Frieden in der Ukraine gestartet. Macron schlug dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ein neues Treffen zur Ukraine-Krise «in den kommenden Wochen» vor. Zugleich plädierte er für eine neue «Architektur der Sicherheit und des Vertrauens zwischen der EU und Russland».

An dem Vierer-Gipfel zur Ukraine-Krise im sogenannten Normandie-Format sollen sich nach Macrons Worten auch Deutschland und die Ukraine beteiligen. Einen konkreten Termin nannte der französische Staatschef nicht.

«Echte Chance» auf Frieden in der Ukraine

Putin sagte, er sei nach ersten Kontakten mit dem neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj «vorsichtig optimistisch», zu einer Annäherung zu kommen. Macron betonte, es gebe derzeit eine «echte Chance» auf Frieden in der Ukraine.

Als Folge des Ukraine-Konflikts ist Putin nicht zu dem Gipfel der führenden Industrieländer eingeladen, der ab Samstag im südfranzösischen Badeort Biarritz beginnt. Dazu erwartet Macron unter anderem US-Präsident Donald Trump, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie den britischen Premierminister Boris Johnson. Russland war nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim im Jahr 2014 aus dem Kreis ausgeschlossen worden, die G8 wurde damit wieder zur G7.

(L'essentiel/rab/afp)

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