Gegen den Baby-Blues

14. August 2018 08:52; Akt: 14.08.2018 08:52 Print

Kanadierin entwickelt Tinder für einsame Mütter

Facebook meets Tinder – die Kanadierin Audrey Poulin entwickelt eine App zur Vernetzung einsamer Mütter.

Das kann die App: ein kurzer Werbefilm von Social.Mom. (Tamedia/Social.com)

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«Wenn du ein Baby kriegst, ändert sich auf einmal alles. Man kämpft mit Hormonen und Emotionen, beinahe so wie früher als Teenager», erzählt die schwangere Zweifachmama Audrey Poulin der Toronto Sun. Neben der emotionalen Achterbahnfahrt hatte Poulin als frischgebackene Mutter zudem mit Einsamkeit zu kämpfen.

Was die Kanadierin brauchte: Kontakt mit anderen Müttern und einen Ort, an dem sie ihre Sorgen und Nöte mit Gleichgesinnten teilen konnte. Aus der Not heraus hat die 37-Jährige deshalb gemeinsam mit ihrem Mann David Proulx die App «Social.Mom» entwickelt. Die Plattform ist quasi ein Mix aus Tinder und Facebook nur für Mütter. Die App wurde vor einem Jahr aufgeschaltet und seither bereits 60.000-mal heruntergeladen.

Wie die Toronto Sun schreibt, können sich Mütter dort untereinander vernetzen und sich zu sogenannten Playdates verabreden. Wer nicht auf persönliche Treffen steht, für den gibt es einen Feed mit Beiträgen zu Erziehungsthemen, die den Tag «weniger einsam» machen sollen.

Hasskommentare unter Kinderfotos

Die Kanadierin ist nicht die Einzige, die nach der Geburt des ersten Kindes Mühe hatte, sich in ihrer neuen Rolle als Mutter zurechtzufinden. Rund 80 Prozent aller Mütter leiden laut Poulin unter Einsamkeit. Und wenn sie sich dann öffnen und Fotos und Videos von ihren Schützlingen auf Facebook, Instagram und Co. posten, ernten sie dafür in vielen Fällen mehr Kritik als Lob.

«Eine Mutter trat unserer Plattform bei, nachdem sie in anderen Mütterforen für das Veröffentlichen eines Fotos, das ihr Kind auf dem Sofa inmitten von Kekskrümeln zeigt, zahlreiche gehässige Kommentare kassiert hatte. Man sagte ihr, sie sei eine schmutzige Person», erinnert sich Poulin.

Wer respektlos ist, wird gesperrt

Um ihre Community auch bei kontroversen Themen wie Schlafrhythmus oder Impfen vor solchen Erlebnissen zu schützen, überwacht Poulin das Geschehen auf «Social.Mom» gemeinsam mit ihrem Mann sorgfältig und schreckt auch nicht davor zurück, bei Bedarf einzelne Nutzer zu sperren, denn sie ist überzeugt: «Jede Mutter hat ihre ganz eigene Art, ihre Kinder zu erziehen.»

(L'essentiel/rab)

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