Am Flughafen

28. Oktober 2020 21:52; Akt: 28.10.2020 22:56 Print

Katar zwang Frauen zu Intimuntersuchungen

18 Frauen, darunter 13 Australierinnen, sind am Flughafen von Doha, Katar, zu Intimuntersuchungen gezwungen worden.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Regierung des Golfemirats Katar hat sich für erzwungene Intimuntersuchungen bei mehreren Frauen am Flughafen von Doha entschuldigt. Mehr als ein Dutzend Frauen wurden dort am 2. Oktober untersucht, nachdem in einer Mülltonne ein ausgesetzter Säugling entdeckt worden war.

Ziel der Untersuchungen sei gewesen, die «Täter dieses gewaltsamen Verbrechens an der Flucht zu hindern», teilte das Pressebüro der Regierung mit. Offenbar sollte festgestellt werden, ob eine der Frauen kürzlich ein Baby geboren hatte.

18 Frauen seien betroffen, darunter 13 Australierinnen, sagte die australische Außenministerin Marise Payne am Mittwoch bei einer Parlamentsanhörung.

«Rasch entschieden», um Eltern zu finden

Passagiere hatten dem australischen TV-Sender Seven News zufolge berichtet, dass Frauen aus Flugzeugen geholt und in einem Krankenwagen auf dem Rollfeld eingehend untersucht worden seien. Demnach seien ihnen mutmaßlich auch Unterwäsche entfernt und ihre Genitalien untersucht worden.

Die Regierung Katars erklärte, «jegliche Qual oder Verletzung persönlicher Freiheiten» der Reisenden zu bedauern. Über die Suche sei «rasch entschieden» worden, um die Eltern des Neugeborenen zu finden. Der Säugling sei «in einer Plastiktüte und unter Müll vergraben» in einer Mülltonne gefunden worden. Es sei der erste Fall dieser Art, hieß es. Das Baby sei in Sicherheit und werde in Doha medizinisch versorgt.

Australien: «Entsetzlich und inakzeptabel»

Australiens Premierminister Scott Morrison bezeichnete den Vorfall am Mittwoch als «entsetzlich und inakzeptabel». Die Regierung in Katar versprach eine «umfassende, transparente Untersuchung» des Vorfalls, deren Ergebnisse auch «internationalen Partnern» vorgelegt würden.

Katar ist Gastgeber der kommenden Fußball-WM 2022 und steht wegen der schlechten Menschenrechtslage international in der Kritik. Erst vergangene Woche hatte Amnesty International einen Bericht über Hausangestellte in Katar veröffentlich, die demnach misshandelt und erniedrigt werden und härtesten Arbeitsbedingungen ausgesetzt sind.

Die Aktivistin Aischa al-Kahtani, die 2019 wegen der ihrer Ansicht nach herrschenden Unterdrückung von Frauen in Katar nach London geflohen war, sprach auf Twitter von einem «sexuellen Übergriff». Grund seien «mangelndes Urteilsvermögen» und die «fehlenden guten Sitten» im Namen einer «frauenfeindlichen und rückwärtsgewandten» Führungsfigur gewesen, schrieb Al-Kahtani.

(L'essentiel/SDA/gux)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Léon am 28.10.2020 23:23 Report Diesen Beitrag melden

    Faut éviter tout les pays Arabes

    einklappen einklappen
  • Jimbo am 28.10.2020 22:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ka keen bedaueren deen dohin fiert/flitt...

    einklappen einklappen
  • Und wie fühlt sich das Kind dabei? am 29.10.2020 08:03 Report Diesen Beitrag melden

    Trotzdem Schade dass niemand sich über die Behandlung des Baby's entzürnt «in einer Plastiktüte und unter Müll vergraben in einer Mülltonne».

Die neusten Leser-Kommentare

  • lia am 11.11.2020 01:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was dem Baby angetan wurde scheint wohl auch niemanden zu interessieren

  • Und wie fühlt sich das Kind dabei? am 29.10.2020 08:03 Report Diesen Beitrag melden

    Trotzdem Schade dass niemand sich über die Behandlung des Baby's entzürnt «in einer Plastiktüte und unter Müll vergraben in einer Mülltonne».

  • Léon am 28.10.2020 23:23 Report Diesen Beitrag melden

    Faut éviter tout les pays Arabes

    • Jean am 29.10.2020 09:46 Report Diesen Beitrag melden

      @Léon-oui,a tous prix.En plus,en tant que francophone en ces temps si........non non.

    einklappen einklappen
  • Jimbo am 28.10.2020 22:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ka keen bedaueren deen dohin fiert/flitt...

    • Jean am 29.10.2020 09:44 Report Diesen Beitrag melden

      @Jimbo-jo,denken daat genau esou.Mech gesait a wärt ni een an esou engem Lang gesinn.

    einklappen einklappen