Morphium in Muttermilch

30. Januar 2020 21:02; Akt: 30.01.2020 21:11 Print

Krankenschwester tötet beinahe fünf Frühchen

Eine Pflegerin soll Frühchen in einem Krankenhaus in Ulm in Lebensgefahr gebracht haben. Die Ermittler fanden eine Spritze mit Muttermilch und Morphium in ihrem Schrank.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

In einem Krankenhaus im deutschen Ulm soll eine 28-jährige Angestellte fünf Frühchen durch Verabreichung von Morphium in Lebensgefahr gebracht haben. «Der schreckliche Verdacht hat sich bestätigt», sagte die Polizei in der baden-württembergischen Stadt am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Wie die Behörden weiter mitteilten, wurde die Frau wegen Fluchtgefahr verhaftet. Die Ermittler werfen ihr versuchten Totschlag sowie gefährliche Körperverletzung vor. Die Verdächtige bestreitet die Tat.

Drei Frühchen mussten beatmet werden

Die junge Krankenschwester wurde nach Hinweisen der Klinik auf verdächtige Rückstände im Urin der Kinder als mutmaßliche Verursacherin ermittelt. Demnach hatten die in einem Zimmer untergebrachten Frühchen im Alter zwischen einem Tag und fünf Wochen zeitgleich an lebensbedrohlichen Atemproblemen gelitten. Die Kinder konnten durch den sofortigen Einsatz des Personals gerettet werden. Drei der fünf Frühchen mussten jedoch nach Angaben des Klinikums beatmet werden.

Laut Polizei und Staatsanwaltschaft vermutete das Krankenhaus nach dem Geschehen zunächst eine Infektion als Ursache. Tests von Urinproben der Babys schlossen das jedoch aus. Die Proben wiesen zugleich Rückstände des starken Schmerzmittels Morphium auf, obwohl zumindest zwei der betroffenen Kinder gar keines erhalten sollten. Daraufhin alarmierte die Leitung vor rund zehn Tagen die Polizei.

Eine verdächtige Spritze im Spind der Pflegerin

Im fraglichen Zeitraum hatten auf der Station vier Pflegerinnen und zwei Ärztinnen Dienst. Im Zuge der Ermittlungen durchsuchten Beamte am Dienstag unter anderem die Spinde der sechs Mitarbeiterinnen. Im Schrank der festgenommenen Pflegefachkraft fanden sie eine Spritze mit Muttermilch, die ersten Analysen zufolge Morphium enthielt.

«Aufgrund der sofortigen medizinischen Intervention konnte eine weitere Verschlechterung des Zustands der Neugeborenen verhindert werden, sodass sie im Verlauf von 48 Stunden wieder stabil waren und wieder selbstständig atmen und im Verlauf nach Hause entlassen werden konnten», teilte das Krankenhaus mit. Spätfolgen sind nach der derzeitigen ärztlichen Einschätzung nicht zu erwarten.

(L'essentiel/kle)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.