Abzocke in Paris

19. September 2019 16:19; Akt: 19.09.2019 16:41 Print

Kundin zahlt für Zitronenscheibe im Glas

Nora Hamadi bestellt nur ein Wasser in einem Pariser Restaurant. In ihrem Wasser schwamm eine Zitronenscheibe. Auch sie stand am Ende auf der Rechnung, die gerade viral geht.

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Die Journalistin Nora Hamadi war entsetzt, als sie kürzlich die Rechnung im Restaurant Bistrot de la Tour in Paris bestellte. Sie hatte nur ein Wasser getrunken – auf der Rechnung waren aber zwei Artikel aufgelistet. Hamadi sah sich das genauer an: Zusätzlich zu den 5,50 Euro für eine Flasche Perrier waren ihr 50 Cent für einen Zitronenscheibe verrechnet worden.

Hamadi machte ein Foto des ausgedruckten Kassenbelegs und postete es auf Twitter. Über 3300 User teilten ihren aufgeregten Post, 8000 gaben ihrem Kommentar ein Like: «In Paris zahlst du sogar für eine Zitronenscheibe in deinem Perrier. Das ist offensichtlicher Diebstahl», hatte sie geschrieben.

In Paris ist diese Praxis gang und gäbe

Hamadi ist nicht die Einzige, die sich über das Abzockrestaurant beschwert. Auf dem Reiseportal Tripadvisor hatte ein Kunde vergangenen März ebenfalls über einen im Bistrot de la Tour verrechneten Zitronenschnitz reklamiert. «Wir verlangten eine Zitronenscheibe für unsere Cola, da mussten wir 50 Cent mehr bezahlen! So etwas habe ich noch nie in meinem Leben gesehen!»

Wie «Le Parisien» berichtet, ist das angeprangerte Restaurant keine Ausnahme. In anderen Cafés in der Nähe des Eiffelturms sei es gang und gäbe, Zitronenschnitze zu verrechnen.

Die Praxis ist nicht ganz legal. Wie ein Anwalt erklärt, habe zwar ein Gastrobetrieb Anrecht darauf, Zuschläge bei Getränken oder Mahlzeiten in Rechnung zu stellen. Aber der Kellner müsse den Gast darüber informieren. Der Anwalt rät darum, beim nächsten Mal in Paris ganz genau das Kleingedruckte auf der Menükarte zu beachten.

(L'essentiel/kle)