Auf Mallorca

11. September 2020 16:15; Akt: 11.09.2020 16:17 Print

Lockdown-​​Quartier wurde seit Jahren vernachlässigt

Ein Viertel in Palma de Mallorca wurde wegen steigender Corona-Fallzahlen abgeriegelt. Das Quartier war laut spanischen Medien bereits seit Jahren vernachlässigt worden.

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Das Quartier Son Gotleu bei Palma de Mallorca ist am Freitag abgeriegelt worden, nachdem das balearische Gesundheitsministerium einen lokalen Lockdown angeordnet hatte. Die Bewohner von Son Gotleu dürfen ihr Zuhause nur unter strengen Auflagen verlassen. Vorerst wurde der Lockdown für zwei Wochen erlassen.

Son Gotleu ist ein Migranten- und Arbeiterquartier, das an die Ringautobahn von Palma grenzt. Bei Touristen ist es nicht gerade fürs Sightseeing bekannt. Das Viertel hat bereits seit Jahren mit Drogenhandel und Clankriminalität zu kämpfen, wie die Mallorca-Zeitung schreibt.

Die Menschen leben dort auf engsten Raum zusammengepfercht, oft teilen sich Großfamilien kleine Wohnungen. Die Wohnblocks wurden in den 60er-Jahren erbaut und sind laut lokalen Medien von der Regierung stark vernachlässigt worden.

Regierung ließ Bewohner im Stich

Teils wohnen in Son Gotleu einige alteingesessene Festlandspanier, die vor Jahrzehnten wegen eines Jobs auf die Insel kamen, aber der größte Teil der Bevölkerung stammt aus Südamerika und Afrika. Auch leben dort viele «Gitanos», spanische Roma. Das Viertel hat einen Ausländeranteil von 37 Prozent, wobei der Insel-Durchschnitt bei 17 Prozent liegt. Straßenschlachten zwischen den Angehörigen der Ethnien und Drogenrazzien sorgten in der Vergangenheit sporadisch für Schlagzeilen.

Auch die Wirtschaftskrise im Jahr 2008 hat ihre Spuren hinterlassen: heruntergekommene Bauten, verwahrloste Innenhöfe und Spuren von Einbrüchen. Die linke Regierung Palmas hat bereits mehrmals versprochen, das Quartier aufzuwerten, bislang jedoch tatenlos.

(L'essentiel/Bianca Lüthy)

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