Recycling

15. November 2019 07:12; Akt: 15.11.2019 07:37 Print

Lucy (24) macht aus Fischresten Bio-​​Kunststoff

Eine 24-jährige Britin stört sich über den hohen weltweiten Plastikverbrauch. Deshalb hat sie ein Verfahren entwickelt, um aus Fischabfällen Biokunststoff herzustellen.

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Rund 335 Millionen Tonnen Kunststoff wurden 2016 weltweit produziert. Das entspricht ungefähr dem Gewicht von 800.000 Eifeltürmen. Davon werden laut Schätzungen 40 Prozent aller Kunststoffe, die für Verpackungen produziert wurden, nicht wiederverwendet und umgehend entsorgt. Dieser übermäßigen Verwendung von Kunststoffen will die britische Studentin Lucy Hughes (24) nun entgegenwirken.

So hat die 24-Jährige ein Verfahren entwickelt, mit dem aus organischen Fischabfällen, die in der Regel verbrannt werden oder auf einer Deponie landen, Biokunststoff hergestellt werden kann. Unter dem Namen MarinaTex fertigt Hughes aus diesen Fischabfällen sowie lokalen Rotalgen transparente und flexible Folien an (siehe Bildstrecke). Dabei kann ein einziger Kabeljau laut Hughes so viel organischen Abfall erzeugen, wie für die Herstellung von rund 1400 MarinaTex-Säcken benötigt wird.

Biokunststoff baut sich von selbst wieder ab

Im Rahmen ihrer Versuche am Küchenherd im Studentenwohnheim fand Hughes heraus, dass Fischhäute und Schuppen eine starke und flexible Proteinstrukturen enthalten und damit eine geeignete Grundlage für einen Biokunststoff darstellen. MarinaTex ist laut Hughes ressourcenschonend, bei der Herstellung werde nur wenig Energie verwendet. Zudem seien die MarinaTex-Säckchen fürs Kompostieren zu Hause geeignet und bauten sich nach wenigen Wochen von selbst wieder ab.

Für ihr Projekt hat Hughes nun den internationalen James Dyson Award 2019 überreicht bekommen. Mit diesem internationalen Wettbewerb möchte das Technologienunternehmen laut eigenen Angaben Ingenieur- und Designstudierende inspirieren und fördern. «Die Erfindung steckt noch in den Kinderschuhen und ich hätte nie gedacht, dass sie es überhaupt so weit schaffen würde. Es spornt mich sehr an, dass das Potenzial dieses Materials durch eine so renommierte Auszeichnung bestätigt wird», wird Hughes in einer Pressemitteilung von Dyson zitiert. Das Preisgeld von umgerechnet 38.000 Euro will sie für weitere Entwicklungsschritte nutzen.

(L'essentiel/jk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • katzenfan am 15.11.2019 15:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tolle idee*

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  • katzenfan am 15.11.2019 15:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tolle idee*