«Parasitenklasse»

06. September 2016 16:10; Akt: 06.09.2016 16:15 Print

Luxus-​​Camp am «Burning Man» zerstört

In der Wüste Nevadas haben 70.000 Besucher eine Woche lang die künstlerische Freiheit gefeiert. Ein Zwischenfall überschattet dabei ein eigentlich friedliches Festival.

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Das alljährliche Burning-Man-Festival in der Black Rock Desert im US-Bundesstaat Nevada ist am Montag zu Ende gegangen. Rund 70.000 Besucher feierten auch dieses Jahr mit spektakulären Kostümen, Maschinen und Bauten die künstlerische Freiheit. Das Festival wird oft mit der Hippie-Bewegung verglichen: «Themen wie Nachhaltigkeit und Ökologie, Friede und Liebe, hemmungslose, kreative Selbstverwirklichung und absolute Toleranz sind Grundmotive der Organisation», schreibt zum Beispiel der «Spiegel».

Ganz so friedlich lief die diesjährige Ausgabe aber nicht ab. Das Camp von «White Ocean» wurde anscheinend von Randalierern zerstört. «Eine Bande Hooligans stürmte unser Camp und bestahl uns. Sie rissen alle unsere elektrischen Kabel raus und zerschnitten sie, sodass unsere Kühlgeräte nicht funktionierten und wir unser Essen wegwerfen mussten. Sie klebten die Türen unserer Wohnwagen zu, zerstörten unsere Infrastruktur und leerten 200 Galonen (757 Liter) trinkbares Wasser aus», schrieben die Veranstalter auf Facebook.

Reaktionen fallen gemischt aus

Viele Besucher sympathisierten mit der Aktion, schreibt der «Guardian». In den Facebook-Kommentaren sei die Rede von einem «Streich», der das Burning Man wieder von der «Parasitenklasse» zurückerobern soll. Das Camp – ein abgetrenntes Areal, das von reichen Unternehmern finanziert wird – verstoße in den Augen vieler gegen den ursprünglichen Geist des Festivals.

Die Sympathisanten sprechen damit an, dass das Festival über die Jahre hinweg mit dem Erfolg auch markant kommerzieller geworden ist. So kostete der Eintritt dieses Jahr im Vorverkauf bis zu 1200 Dollar, später im regulären Verkauf dann 390 Dollar. Dabei war es wie schon in den vergangenen Jahren schwierig, überhaupt ein Ticket zu ergattern.

Andere Besucher wiederum finden, die Randalierer selbst hätten den Geist des Burning Man verletzt. Doch selbst bei ihnen schwingt oft die Enttäuschung mit, dass das Festival so kommerziell geworden ist. Der Top-Kommentar ist denn auch: «Ich kann mich noch an die Zeit erinnern, bevor die Silicon-Valley-Snobs die Black Rock Desert übernommen haben, als das Festival noch gratis war. Das ganze Burning Man sollte niedergebrannt werden, es ist zu elitär und exklusiv geworden.»

(L'essentiel/mch)

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