Magnetischer Nordpol

05. Februar 2019 13:02; Akt: 05.02.2019 14:20 Print

Magnetfeld der Erde wandert schneller

Ein Jahr früher als geplant musste das Weltmagnetmodell aktualisiert werden. Der Grund: Das Magnetfeld der Erde wandert schneller als bisher.

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Mit 55 Kilometern pro Jahr ist der magnetische Nordpol derzeit unterwegs. Er bewegt sich dabei von der kanadischen Arktis Richtung Sibirien. Das ist deutlich schneller als noch im Jahr 2000, als er pro Jahr etwa 15 Kilometer zurücklegte. Das hat nicht nur zur Folge, dass der Kompass in eine leicht andere Richtung zeigt. Auch eine Vielzahl elektronischer Geräte ist betroffen.

Denn während die Satellitennavigation GPS unabhängig vom Magnetfeld der Erde funktioniert, spielt der magnetische Nordpol für die Navigation weiter eine wichtige Rolle. So haben die meisten Smartphones einen Kompass eingebaut, der die Orientierung genauer macht, etwa in Google Maps. Auch Militär, Luft-, Schiff- und Raumfahrt sind darauf angewiesen, genau zu wissen, wo sich der magnetische Nordpol befindet.

Sie müssen sich auf ein exaktes Modell des Erdmagnetfelds verlassen können. Darum wurde dieses bisher alle fünf Jahre aktualisiert, um die Polwanderung zu berücksichtigen. Das nächste Update wäre 2020 vorgesehen gewesen. Doch aufgrund der beschleunigten Wanderung wurde dieses nun um fast ein Jahr vorgezogen. Mit einer kleinen Verzögerung wegen des rekordlangen Shutdowns der US-Regierung.

Flüssiger Erdkern

Doch weshalb wandert der magnetische Nordpol überhaupt? Das liegt an Turbulenzen im flüssigen äußeren Erdkern. Dabei handelt es sich um einen riesigen Ozean aus flüssigem Eisen und Nickel. Die Strömungen in dieser Masse erzeugen ein elektrisches Feld, wie Daniel Lathrop, Geophysiker der Universität Maryland laut Guardian.com sagte. Seit der ersten Messung 1831 ist der magnetische Nordpol bereits um 2300 Kilometer gewandert.

Grundsätzlich wird das Magnetfeld der Erde laut Experten schwächer. Sie gehen davon aus, dass es in nicht allzu ferner Zukunft zu einer Polumkehr kommen wird. Das hat es in der Geschichte schon öfter gegeben, das letzte Mal vor etwa 780.000 Jahren. Wenn es passiert, wird es nicht auf einen Schlag geschehen, sondern etwa 1000 Jahre oder länger dauern.

(L'essentiel/jcg)

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