Neue Regeln für Saison 2020

19. Januar 2020 11:00; Akt: 19.01.2020 13:58 Print

Mallorca verbietet den Sauftourimus

Kein Pubcrawling mehr, keine Happy hours, kein Balconing: Die Balearenregierung hat ein neues Gesetz verabschiedet, um die Exzesse am Ballermann endlich in den Griff zu kriegen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Regionalregierung der Balearen hat am Freitag ein Gesetz verabschiedet, das den Verkauf und Konsum von Alkohol in einigen Gegenden auf den spanischen Ferieninseln künftig streng reglementiert.

Die neue Regeln gegen den anhaltenden Sauftourismus gilt nicht für ganz Mallorca, sondern nur für zwei als problematisch geltende Gebiete der spanischen Insel: für die Playa de Palma, den sogenannten Ballermann, und die bei Briten beliebte Ausgehmeile Punta Ballena in Magaluf. Auch die Region Sant Antoni de Portmany auf Ibiza ist betroffen, wie Diario de Mallorca berichtet.

Das neue Dekret ist klar:

• Schluss mit unbegrenztem Gratis-Alkohol: All-Inklusive-Hotels in diesen Gebieten dürfen nur noch zu den Mittags- und Abendmahlzeiten je drei alkoholische Getränke umsonst anbieten.

• Die sogenannten Happy Hours, bei denen in Bars und Restaurants starke Drinks zu Dumpingpreisen angeboten werden, sind verboten.

• Läden dürfen zwischen 21.30 und 8.00 Uhr morgens keinen Alkohol mehr verkaufen.

• Das Pubcrawling, also die Kneipentouren zu einem Festpreis, ist nicht mehr erlaubt.

• Der Sprung von Hotelbalkonen, das sogenannte Balconing, ist gesetzlich untersagt.

• Für Partyboats gibt es in den nächsten 24 Monaten keine neue Lizenzen. Die Unternehmen, die schon eine Lizenz haben, dürfen keine Gäste in den Häfen der problematischen Gegenden an Bord nehmen.

Bei Verstößen drohen hohe Strafen:

• Gäste, die trotz Verbots vom Balkon springen, werden des Hotels verwiesen und müssen bis zu 60.000 Euro bezahlen.

• Hotelbetreiber und Inhaber von Bars oder Läden können für unerlaubten Alkoholausschank mit Geldstrafen von bis zu 600.000 Euro belegt werden. Ihnen droht sogar eine Schließung von bis zu drei Jahren, berichtet El Pais.

Das ist nicht der erste Versuch der Partyinsel, die ausschweifenden Saufgelage der Touristen in den Griff zu kriegen: Die Vorgängerregierung hatte Ende 2018 einen Gesetzentwurf vorgelegt, der den Ausschank alkoholischer Getränke bei All-Inklusive-Angeboten drastisch reduzieren sollte. Die Pläne zerbrachen am Widerstand von Hoteliers und Reiseveranstaltern.

(L'essentiel/kle)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.