München

19. August 2019 11:08; Akt: 19.08.2019 11:41 Print

Mann entlarvt Pädophilen per Zufall in U-​​Bahn

Als ein Pendler in München zufällig die Textnachrichten eines Teenagers mitliest, wird ihm klar, dass dieser Opfer eines Verbrechens geworden ist. Er handelt sofort.

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Daniel Ollert lebt und arbeitet in München. Dort pendelt er jeweils am Morgen mit der U-Bahn vier Stationen zu seinem Arbeitsort. Am 2. Februar 2018 setzte er sich zufälligerweise neben einen 13-jährigen Schüler, der auf seinem Handy herumtippte. Diese schicksalhafte Begebenheit sollte das Leben des Jungen nachhaltig verändern, wie der «Tages Anzeiger» berichtet.

Aus Gründen, die Ollert bis heute nicht nachvollziehen kann, fiel sein Blick während der U-Bahn-Fahrt plötzlich auf das Telefons des Teenagers neben ihm. Da wurde der 31-Jährige stutzig, denn nun konnte er eine Nachricht mitlesen, die von einer Person gesendet wurde, die im Handy als Onkel Millie abgespeichert war. Dieser fragte den Jungen, ob sie sich mal wieder «hinter den Containern umarmen wollen». Der Teenager antwortete: «o. k.».

Der Stein kam ins Rollen

Bei diesem Anblick konnte Ollert nicht schweigen. Er erkundigte sich bei dem Teenager, ob seine Mutter wisse, dass er und Onkel Millie sich hinter den Containern umarmten. Dieses verneinte der Junge. Es sei auch besser so, meinte er nur. Als Ollert aussteigen musste, ließ ihn die Sache noch immer nicht los und er fragte den 13-Jährigen nach seiner Handynummer und seinem Namen.

Nach einigem Hin und Her entschied sich Ollert schließlich, noch am gleichen Morgen zur Polizei zu gehen. Dieser teilte er den Namen und die Telefonnummer des Jungen mit und erzählte vom Inhalt der Textnachrichten. Nach einigen Abklärungen wurde noch am gleichen Tag klar: «Onkel Millie» ist ein Straftäter und Pädophiler.

Medaille um Verdienste um die innere Sicherheit

Er hatte sich nicht nur an dem 13-jährigen Jungen vergriffen, sondern auch an seiner Nichte und seiner Stieftochter. Seine Nichte hatte er am Rande eines Volksfestes vergewaltigt und die Tat gefilmt. Auch der 13-jährige Junge berichtet, zu Sex mit dem Mann, der ein Freund der Familie war, gezwungen worden zu sein.

Der Mann wurde schließlich verhaftet und am 27. Februar 2019 wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in vier Fällen zu acht Jahren Freiheitsstrafe und Unterbringung im Maßregelvollzug verurteilt. Daniel Ollert wurde vom bayrischen Innenminister Joachim Herrmann die «Medaille um Verdienste um die innere Sicherheit» verliehen.

(fj/L'essentiel/doz)

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