20 Jahre in Haft

18. Juli 2019 07:15; Akt: 18.07.2019 07:22 Print

Mann kommt dank DNA-​​Stammbaumanalyse frei

Christopher Tapp wurde nach 20 Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Dank einer DNA-Stammbaumanalyse kam die Polizei dem wahren Mörder auf die Spur.

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«Es ist ein neues Leben, ein neuer Anfang, eine neue Welt für mich»: Christopher Tapp . (16. Mai 2019) (Bild: Monte Laorange)

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In den USA ist erstmals ein unschuldig wegen Mordes verurteilter Mann von allen Vorwürfen reingewaschen worden, nachdem der wahre Täter durch eine DNA-Stammbaumanalyse ermittelt wurde. Ein Gericht im Bundesstaat Idaho sprach den 43-jährigen Christopher Tapp am Mittwoch endgültig vom Vorwurf frei, 1996 eine Frau vergewaltigt und ermordet zu haben. «Es ist ein neues Leben, ein neuer Anfang, eine neue Welt für mich», sagte Tapp, der rund 20 Jahre im Gefängnis gesessen hatte, anschließend. «Ich werde einfach jeden Tag genießen.»

Tapp war 1998 wegen der Vergewaltigung und Ermordung einer Frau zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Der Schuldspruch basierte auf einem Geständnis, das Tapp später widerrief.

DNA-Proben von Verwandten

Im vergangenen Mai wurde dann ein anderer Tatverdächtiger festgenommen, der den Mord schließlich gestand. Ermittler waren ihm auf die Spur gekommen, indem sie DNA von am Tatort gefundenem Sperma mit Stammbaum-Datenbanken im Internet abgeglichen. In den USA schicken viele Menschen DNA-Proben an spezialisierte Anbieter, um über Erbgut-Vergleiche entfernte Verwandte zu finden.

Ermittler können in solchen Datenbanken mit am Tatort gefundenen DNA-Spuren Verwandte des Täters aufspüren und so schließlich einen Verdächtigen ausfindig machen. Diese Methode führte im vergangenen Jahr zur Festnahme des mutmaßlichen «Golden State Killers» Joseph James DeAngelo, der mindestens zwölf Morde verübt und mehr als 50 Frauen vergewaltigt haben soll.

Mörder war Nachbar des Opfers

Im Fall Christopher Tapp wurde durch diese Methode nun erstmals ein unschuldig Verurteilter vollständig entlastet, indem der wahre Täter ermittelt wurde. Tapps Verurteilung war aber bereits vorher ins Wanken geraten: Er kam 2017 im Zuge einer Abmachung mit der Justiz auf freien Fuß – die Vorwürfe gegen ihn blieben aber formell bestehen.

Ende 2018 erhielten seine Anwälte dann die Erlaubnis, am Tatort gefundenes Sperma mit Online-Datenbanken abzugleichen. So wurde der wahre Täter gefunden ein Nachbar des Mordopfers.

(L'essentiel/chk/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ana Conda am 18.07.2019 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    Warum hat man die DNA von dem Verurteilten nicht direkt mit der am Opfer gefundenen DNA verglichen. Dann wäre die Unschuld des Mannes festgestellt worden. Zuverlässige DNA Tests gibt es seit vielen Jahren.

  • Julie am 18.07.2019 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Was ich mich immer frage ist wieso ein Gericht meistens ( zumindest sehr oft ) zu einem anderen Resultat kommt wie ein Berufungsgericht. Das ganze Rechtswesen ist sowas von reformbedürftig! Politiker berufen sich sehr gerne auf den Rechtsstaat, aber wenn man doch trotzdem unschuldig verurteilt werden kann !? da wird einem Angst und Bange.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ana Conda am 18.07.2019 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    Warum hat man die DNA von dem Verurteilten nicht direkt mit der am Opfer gefundenen DNA verglichen. Dann wäre die Unschuld des Mannes festgestellt worden. Zuverlässige DNA Tests gibt es seit vielen Jahren.

  • Julie am 18.07.2019 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Was ich mich immer frage ist wieso ein Gericht meistens ( zumindest sehr oft ) zu einem anderen Resultat kommt wie ein Berufungsgericht. Das ganze Rechtswesen ist sowas von reformbedürftig! Politiker berufen sich sehr gerne auf den Rechtsstaat, aber wenn man doch trotzdem unschuldig verurteilt werden kann !? da wird einem Angst und Bange.