saftige Rechnung

22. September 2019 13:02; Akt: 22.09.2019 13:09 Print

Mann soll fürs Roaming 22.000 Euro zahlen

Schock für einen Mann aus Österreich, als er seine Juli-Handyrechnung bekam: Sein Netzbetreiber wollte 22.000 Euro!

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Schock für Mann aus dem südlichen Niederösterreich nach dem Türkei-Urlaub. (Bild: iStock (Symbol))

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Aus allen Wolken fiel ein Mann aus dem südlichen Niederösterreich, als er seine Juli-Handyrechnung bekam. Sein Handynetzbetreiber forderte fast 22.000 Euro von ihm ein – Roamingkosten, die während seines Türkei-Urlaubs angefallen waren. Dabei hatte der Mann im Vorfeld sogar extra auf einen Tarif gewechselt, bei dem 2 Gigabyte Daten inklusive sind.

Er wandte sich daher an die Arbeiterkammer (AK) Niederösterreich. Mit Erfolg: «Es wurde eine Einigung mit dem Netzbetreiber erzielt und die Forderung auf 400 Euro reduziert», so AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.

«Roam like at home»

Innerhalb der EU und auch für Norwegen, Liechtenstein und Island gilt das Prinzip: «Roam like at home». Das bedeutet, dass das im jeweiligen Handytarif inkludierte Datenvolumen mit möglichen Einschränkungen auch außerhalb Österreichs genutzt werden kann. «Verbringt man seinen Urlaub aber außerhalb dieser Länder, kann es schnell richtig teuer werden», so die AK-Verbraucherschützer.

1 Megabyte Daten kommen außerhalb der EU auf 15 bis 20 Euro. Verschickt man z. B. ein selbst aufgenommenes Bild oder ein kurzes Video per WhatsApp, können dafür schon mal gut und gerne 25 Euro fällig werden, sieht man sich online die Folge seiner Lieblingsserie an, würde das 3.000 Euro kosten.

Wirksame Schutzmechanismen

Damit Konsumenten vor hohen Kosten geschützt werden, gibt es zwei wirksame Schutzmechanismen. Der Netzbetreiber muss seine Kunden beim Einbuchen in ein fremdes Netz mit einem Info-SMS über die Konditionen und Kosten für Roamingdienste aufklären. Außerdem greift nach dem Erreichen von 60 Euro Kosten für Datenroaming eine automatische Sperre.

«Beides aber nur, wenn man diese Services nicht deaktiviert.» Im Fall des Niederösterreichers gab der Netzbetreiber an, der Kunde habe die 60-Euro-Sperre deaktiviert und das inkludierte Datenvolumen um rund 1,4 Gigabyte überschritten. «Zum Glück konnten wir eine Lösung finden – und dem Kunden mehr als 21.000 Euro ersparen», so die AK-Konsumentenschutz-Experten.

«Die Themen Handy und Reisen sind neben Wohnen, Bauen, Internet und Finanzdienstleistungen die Hauptanliegen unserer Mitglieder beim Konsumentenschutz», so AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB Niederösterreich-Vorsitzender Markus Wieser. «Unsere Experten helfen gerne und oft – wie in diesem Fall auch – mit Erfolg für unsere Mitglieder.»"

Tipps, um nicht in die Kostenfalle zu tappen:

- Informieren Sie sich vor der Reise, welche Bedingungen für Sie im Reiseland gelten und überprüfen Sie, welche Roaming-Option Sie in Ihrem Tarif vereinbart haben.

- Deaktivieren Sie die Info-SMS und die 60-Euro-Sperre nicht!

- Deaktivieren Sie das Datenroaming im Ausland außerhalb der EU am besten bereits noch in Österreich und nutzen Sie im Urlaub gegebenenfalls kostenlose WLAN-Netzwerke. Achtung: Diese sind oft nicht verschlüsselt, gehen Sie äußerst sparsam um mit Ihren Daten!

- Wenn Sie Datenpakete für Reisen in Nicht-EU-Länder kaufen, klären Sie ab, ob das Datenroaming automatisch nach Verbrauch der Daten gesperrt wird.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • irgendeen am 22.09.2019 19:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wisou kritt deen dann daat gut geschriwen?! En wo kloer am Fehler an haat all Schutzmechanismen ausgeschallt! Deen hätt sollen dei 22k€ bezuelen sollen! Virum Gesetz schützt Dommheet och net virun den Konsequenzen! Hoffen den Opérateur huet dem Client fristlos d‘Kontrakter gekennegt. Deen lieft dach net laang genuch vir dass d‘Käschten als Abonnent nees ran kommen..

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  • ouni Handy grouss ginn am 23.09.2019 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    genau dofir wàrt ech ni en Vertrag mat Internet machen well éen ni wées wat den Handy am Hannergrond mecht. Esou wées ech beim WLAN dat naischt passéieren kann wann éen mol vergiess huet en auszeschalten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • ouni Handy grouss ginn am 23.09.2019 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    genau dofir wàrt ech ni en Vertrag mat Internet machen well éen ni wées wat den Handy am Hannergrond mecht. Esou wées ech beim WLAN dat naischt passéieren kann wann éen mol vergiess huet en auszeschalten.

  • irgendeen am 22.09.2019 19:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wisou kritt deen dann daat gut geschriwen?! En wo kloer am Fehler an haat all Schutzmechanismen ausgeschallt! Deen hätt sollen dei 22k€ bezuelen sollen! Virum Gesetz schützt Dommheet och net virun den Konsequenzen! Hoffen den Opérateur huet dem Client fristlos d‘Kontrakter gekennegt. Deen lieft dach net laang genuch vir dass d‘Käschten als Abonnent nees ran kommen..

    • Irgendjemand am 23.09.2019 07:24 Report Diesen Beitrag melden

      Ganz einfach - siehe oben: "Dabei hatte der Mann im Vorfeld sogar extra auf einen Tarif gewechselt".

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