Färöer Inseln

14. September 2021 20:29; Akt: 14.09.2021 20:33 Print

Massentötung von Delfinen sorgt für Entsetzen

Auf den Färöer Inseln jagen die Menschen seit mehreren Hundert Jahren Wale und Delfine. Doch seit dem jüngsten «Grindadráp» mehrt sich die Kritik.

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Die besonders erfolgreiche Jagd auf Weißseitendelfine hat den Färöer Inseln erneut eine hitzige Tierschutzdebatte eingebracht. Am Wochenende seien schlicht zu viele Weißseitendelfine in Richtung Küste getrieben worden, sagte Heri Petersen, der Vormann einer Gruppe von Jägerinnen und Jägern, die Grindwale in flache Gewässer vor der Hauptinsel Eysturoy treiben, dem Online-Nachrichtendienst in.fo. Außerdem seien zu wenig Leute da gewesen, um die Tiere zu töten. Er selbst sei nicht informiert worden und distanziere sich von der Aktion.

Die Jagd auf die Meeressäuger ist auf den Färöer Inseln gesetzlich geregelt und nicht kommerziell. Die Bewohnerinnen und Bewohner treiben am traditionellen «Grindadráp» jedes Jahr etwa 1000 Tiere – meistens Grindwale – auf die Küste zu und schlachten sie im flachen Wasser von Hand mit Harpunen und Messern. Fleisch und Speck teilen sich die Einwohnerinnen und Einwohner.

«Müssen bedenken, dass wir nicht allein auf der Welt sind»

Meist sind nur wenige Weißseitendelfine dabei, doch in diesem Jahr traf es 1428 Exemplare. Im vergangenen Jahr waren es nur 35 Weißseitendelfine gewesen. Tierschützerinnen und Tierschützer kritisieren den Brauch aus dem 16. Jahrhundert ohnehin als grausam. Fischerinnen und Fischer fürchteten jetzt wegen der außergewöhnlich hohen Zahl in diesem Jahr negative Schlagzeilen.

«Wir müssen im Hinterkopf behalten, dass wir nicht allein auf der Welt sind», sagte der Vorsitzende des färingischen Grindwaljagdverbandes, Olavur Sjurdarberg, dem Sender KVF. «Die Welt ist heute viel kleiner geworden. Jeder läuft mit einer Kamera in der Tasche herum.» Fischereiminister Jacob Vestergaard versicherte zwar im Radio, die Jagd sei auch dieses Jahr streng nach Vorschrift verlaufen. Doch Sjurdarberg warnte: «Das ist ein Leckerbissen für alle, die uns übelwollen, wenn es um Grindwalfang geht.»

Tierschützer appellieren an Fischereiminister

Zu den größten Kritikerinnen und Kritikern der Tradition gehört die Tierschutzorganisation Sea Shepherd, die den «Grindadráp» seit Jahren als nicht mehr zeitlaute Grausamkeit anprangert. Als Maßnahme zur Nahrungsbeschaffung sei die Jagd schon längts nicht mehr nötig, sondern sei nur ein sinnloses Abschlachten. Zudem hätten die Tiere gegen die schnellen Motorboote keine Chance mehr. Die Jagd auf Meeressäuger sei nur legal, da die Färöer zwar zu Dänemark gehören, aber nicht zur EU. Aber auch andere Organisationen und zahlreiche Privatpersonen verurteilen das Treiben.

Am Dienstag schrieb nun Sea Shepherd einen offenen Brief an den Fischereiminister Jacob Vestergaard und bat ihn, die Praxis zu beenden. «Die Jagd nach Delfinen muss komplett aufhören. Sie wird bereits von der Mehrheit der färöischen Bürgerinnen und Bürger kritisiert. Es wird Zeit, dass du erkennst, dass diese Delfine es verdienen, geschützt zu werden. Ihr Lebenswille und ihre Unfähigkeit, sich während der Jagd zu unterwerfen, führen zu schrecklichem Leiden. Tun Sie das Richtige und hören Sie den Färöerinnen und Färöern zu, die fordern, dass dies endet.»

(L'essentiel/trx/AP)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • traureg welt am 15.09.2021 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    traureg dass seu leit nach vum staat ennerstetzt gin!

  • Pia am 14.09.2021 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Et ass traureg dat de Mënsch nëmmen dëst ze kenne schéngt a wéilt, mir sinn effektiv net méi wäit ërem vum Mëttelalter ewech ASS NET ZE TOLEREIREN A GEHÉIERT GESTOPPT NONDIKASS :(

  • irina am 14.09.2021 22:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In 5 Jahres sind keine Delfine mehr da und keine Fische - das ständige Aus ausbeuten des Meeres wird sich rächen auch auf den Finanzmärkten

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wright am 16.09.2021 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ehrlich gesagt habe ich dies lieber, als die Fischerbote mit riesigen Netzen, die industriell jeden Tag abertausende von Fischen fangen, und rund um die Welt verkaufen, um sich zu bereichern, nicht um sich zu ernähren. Das gleiche gilt für alle Tiere. Wenn jemand Fleisch/Fisch essen will, sollte er es selber fangen und töten. Dann hätten wir keine Massentierhaltungen, und auch keine Massenabschlachtungen. Alles wird uns einfach gemacht, und wir kaufen gemütlich im Supermarkt (Steak, Filet, Salami, usw.), ohne überhaupt daran zu denken das es ein Lebewesen war..

    • wrong am 16.09.2021 12:29 Report Diesen Beitrag melden

      ist für Spass,Zeitvertreib,Traditionen,aber nicht zum verzehren ,schau auf google

    einklappen einklappen
  • Aarbechtsdeier am 15.09.2021 13:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Esou eppes vun Leit nennt een ganz einfach Mäerder

  • kiki am 15.09.2021 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Menschen sin dei greissten RAUBDEIEREN!!!! einfach grausam; wei wa mir eis alles kennen erlaben;

  • traureg welt am 15.09.2021 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    traureg dass seu leit nach vum staat ennerstetzt gin!

  • Frënz am 15.09.2021 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Net méi Zäit gemeess.