Versteckt in New Hampshire

14. Juli 2020 08:05; Akt: 14.07.2020 08:06 Print

Maxwell versuchte vor dem FBI zu fliehen

Nachdem der Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in Haft kam, war Ghislaine Maxwell wie vom Erdboden verschluckt. Vor zwei Wochen griff das FBI die Britin in New Hampshire auf. Jetzt werden Details ihrer Festnahme bekannt.

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Kommt Ghislaine Maxwell gegen Kaution frei? Ein New Yorker Gericht prüft am Dienstag eine mögliche Freilassung der Ex-Freundin des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein aus der Untersuchungshaft. Die Anwälte der 58-Jährigen haben angeboten, eine Kaution in Höhe von fünf Millionen Dollar zu hinterlegen. Maxwell wäre demnach auch bereit, ihre Reisepässe abzugeben und eine Fußfessel zu tragen.

Beim Gerichtstermin werden zudem die sechs Anklagepunkte gegen Maxwell verlesen. Der Britin wird unter anderem mutmaßliche Beihilfe zu Sexualverbrechen teils minderjähriger Mädchen vorgeworfen. Konkret: Sie soll Mädchen rekrutiert haben, um diese Epstein zu vermitteln.

Die Staatsanwaltschaft will eine Freilassung der langjährigen Epstein-Vertrauten dagegen verhindern. Sie sieht ein großes Fluchtrisiko, wie Daily Mail berichtet. Die Behörde erklärte, Maxwell habe bei ihrer Festnahme versucht, zu fliehen. Außerdem sei bei der Hausdurchsuchung deutlich geworden, dass sie «geschickt» sei, ein «Leben im Versteck» zu führen.

In der Zelle trägt Maxwell Kleider aus Papier

Als das FBI am frühen Morgen des 2. Juli zur Villa Tuckedaway in Bradford im nordöstlichen US-Bundesstaat New Hampshire kam, weigerte sich Ghislaine Maxwell, den Beamten die Türe zu öffnen. Stattdessen rannte sie in einen anderen Raum und machte die Tür hinter sich zu. Die FBI-Agenten mussten die Zimmertüre aufbrechen, um Maxwell festzunehmen. Bei der Hausdurchsuchung entdeckten sie unter anderem ein Smartphone, das in Alufolie eingewickelt war. Die Staatsanwaltschaft nannte dies «eine fehlgeleitete Bemühung, um einer Entdeckung zu entgehen.»

Das Personal, das in Maxwells Villa arbeitete, war teilweise von ihrem Bruder angeheuert worden. Ein Wächter gab an, ein ehemaliges Mitglied der britischen Armee zu sein. Andere erklärten, Maxwell habe seit Dezember 2019 das Anwesen nicht verlassen. Die Hausangestellten besorgten Lebensmittel, indem sie mit der eigenen Kreditkarte bezahlten. Für die Staatsanwaltschaft ein weiteres Zeichen, dass Maxwell eine Strategie entwickelt hatte, um unentdeckt zu bleiben.

Die 58-Jährige habe zu Epsteins «engsten Verbündeten» gehört und eine «entscheidende Rolle» bei seinen Machenschaften gespielt, hieß es von der New Yorker Staatsanwaltschaft. Maxwell hatte zuvor jedes Wissen über Epsteins Taten und jede Beteiligung daran zurückgewiesen.

Derzeit sitzt die Ex-Freundin Jeffrey Epsteins in New York in U-Haft. Damit nicht auch sie sich das Leben nimmt, wird sie rund um die Uhr bewacht. Sie trägt Kleider, die aus Papier hergestellt sind.

(L'essentiel/Karin Leuthold)

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