Neue Studie

14. Februar 2020 08:27; Akt: 14.02.2020 08:37 Print

Meeresspiegel könnte mehr als erwartet steigen

Auf lange Sicht könnte das schmelzende Eis der Antarktis den Meeresspiegel um mehrere zehn Meter anheben. Davon gehen Wissenschaftler in einer neuen Untersuchung aus.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Folgen der Eisschmelze in der Antarktis für den Anstieg des Meeresspiegels könnten bereits in diesem Jahrhundert deutlich stärker ausfallen als bisher erwartet. Laut der neuen Studie eines internationalen Wissenschaftlerteams könnte bis 2100 allein dieser Faktor einen Anstieg um 58 Zentimeter bewirken.

Allerdings gibt es bei den Prognosen der Experten hinsichtlich der Antarktis eine große Bandbreite, so Leitautor Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) am Freitag. Bei unvermindertem Treibhausgasausstoß liege der wahrscheinliche Effekt für den Anstieg des Meeresspiegels zwischen sechs und 58 Zentimetern, heißt es in der Studie. Gelinge es dagegen, die Emissionen rasch zu verringern, liege die Spanne zwischen vier und 37 Zentimetern.

«Der Antarktis-Faktor erweist sich als die größte Unbekannte, aber dadurch auch als das größte Risiko für den Meeresspiegel weltweit», erklärte dazu Levermann. Er betonte, die neuen Forschungsergebnisse lieferten vor allem wichtige Informationen für den Küstenschutz. Eine hohe Wahrscheinlichkeit gibt es demnach, dass der Wert von 58 Zentimetern nicht überschritten wird.

New York geht unter

«Je mehr Computersimulationsmodelle wir verwenden, die alle leicht unterschiedliche dynamische Repräsentationen des antarktischen Eisschildes sind, desto größer ist die Bandbreite der Ergebnisse, die wir bekommen - aber desto robuster sind auch die Schätzungen, die wir der Gesellschaft liefern können», erklärte Ko-Autorin Sophie Nowicki vom Nasa Goddard Space Flight Center. Zwar gebe es «immer noch große Unsicherheiten», doch sei es gelungen, das Verständnis des größten Eisschildes der Erde beständig zu verbessern.

Auf längere Sicht, also in den kommenden Jahrhunderten bis Jahrtausenden, hat das Abschmelzen des antarktischen Eisschildes der Studie zufolge das Potenzial, den Meeresspiegel um mehrere zehn Meter anzuheben. «Was wir mit Sicherheit wissen ist, dass das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas die Risiken für die Küstenmetropolen von New York bis nach Mumbai, Hamburg oder Shanghai weiter in die Höhe treibt», warnte Levermann.

Antarktis wird beherrschender Faktor

Bisherige Prognosen zum Anstieg des Meeresspiegels aufgrund der globalen Erwärmung berücksichtigten vor allem die thermische Ausdehnung des sich erwärmenden Meerwassers sowie schmelzende Gebirgsgletscher als wichtigste Faktoren für den Anstieg des Meeresspiegels. Auch das Abschmelzen des grönländischen Eisschilds spielt eine Rolle.

Den jetzt in der Zeitschrift Earth System Dynamics der Europäischen Geowissenschaftlichen Union (EGU) veröffentlichten neuen Forschungsergebnissen zufolge dürfte jedoch der Anteil der Antarktis bereits in absehbarer Zeit zum wichtigsten Faktor werden.

Alle Faktoren zusammen ergeben dann das Gesamtrisiko des Meeresspiegelanstiegs. «Die Einbeziehung der anderen Beiträge zum Meeresspiegelanstieg von Grönland, Gebirgsgletschern und der Ausdehnung der Ozeane kann zu einem Meeresspiegelanstieg bis zu 150 Zentimeter führen», sagte Levermann der Nachrichtenagentur AFP mit Blick auf den Zeitraum bis Ende des Jahrhunderts. In den zurückliegenden 100 Jahren hatte es einen Anstieg um insgesamt etwa 19 Zentimeter gegeben.

(L'essentiel/roy/sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jerry am 14.02.2020 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Virun iwwert 40 Joer, hun ech an der Schoul geleiert, dass vun engem Eisbierg em déi 90% enner Wasser as, an dass wann Wasser gefreiert, et sech ausdeent. Ergo, wann d’Eis sollt entdee’en, misst et jo am Fong keen Ennerscheed maachen um Mieresspiigel, souguer am Geigendeel (vue que dass de greisten Deel vum Eis um Mier ze fannen as).

  • Obama knows best am 14.02.2020 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wéi ech scho geschriwwen hat viru puer Méint, wann de Mieresspigel géif klammen hätt den Obama sech dann fir 12miliounen dollar eng Villa direkt um Mier kaf? Ech mengen net. Dem Obama mecht déi Informatioun ob jidfer Fall keng Angscht also virwat sollte mir ferten;-)

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jerry am 14.02.2020 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Virun iwwert 40 Joer, hun ech an der Schoul geleiert, dass vun engem Eisbierg em déi 90% enner Wasser as, an dass wann Wasser gefreiert, et sech ausdeent. Ergo, wann d’Eis sollt entdee’en, misst et jo am Fong keen Ennerscheed maachen um Mieresspiigel, souguer am Geigendeel (vue que dass de greisten Deel vum Eis um Mier ze fannen as).

  • Obama knows best am 14.02.2020 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wéi ech scho geschriwwen hat viru puer Méint, wann de Mieresspigel géif klammen hätt den Obama sech dann fir 12miliounen dollar eng Villa direkt um Mier kaf? Ech mengen net. Dem Obama mecht déi Informatioun ob jidfer Fall keng Angscht also virwat sollte mir ferten;-)

    • Royaliste am 14.02.2020 20:43 Report Diesen Beitrag melden

      Waat mache mer dann elo matt dem Heng a senger Telefonistin hierem Gaardenheischen zu Cabasson ? Ech schloe fier mer schecken de Bausch dohin, daat passt zu him, vu wegen Niveau. A wann e mam Velo spazeire fiert kann e jo heem schwammen.

    einklappen einklappen