Hebamme enthüllt

13. September 2019 10:44; Akt: 13.09.2019 11:16 Print

Mehrere Babys ohne Hände geboren

In Deutschland sind zuletzt mehrere Babys mit Missbildungen an den Händen geboren worden. Die Ursache ist unklar. Auch im benachbarten Frankreich gab es Fälle.

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Die betroffenen Familien kommen jeweils aus derselben Region. (Bild: DPA/Julian Stratenschulte)

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Im Raum Gelsenkirchen sind innerhalb weniger Wochen drei Kinder zur Welt gekommen, denen einen Hand fehlt bzw. die starke Missbildungen an einer Hand aufweisen. Das ist eine sehr ungewöhnliche Häufung. Die Sprachnachricht einer besorgten Geburtshelferin verbreitet sich per Whatsapp rasant in den Kreißsälen und Praxen.

Krankenhäuser und Hebammen sammeln nun Daten über mögliche weitere Fälle, berichten deutsche Medien. «Da Missbildungen bei Neugeborenen von den Krankenhäusern nicht zentral gemeldet werden und keine Klinik von der anderen weiß, ist es derzeit unklar, ob der Fall nicht weitaus größere Dimensionen in Deutschland hat – und Gefahr im Verzug ist», erklärte die bekannte deutsche Hebamme Sonja Ligget-Igelmund dem Kölner Express.

Auch Dutzende ähnliche Fälle in Frankreich

Auch im benachbarten Frankreich hat es in den vergangenen Jahren eine starke Häufung von mindestens 25 Babys mit fehlenden Fingern, Händen oder Armen gegeben. Ärzte und Krankenhäuser sind nun bemüht die Ursache der Fehlbildungen zu finden.

Die betroffene Klinik in Gelsenkirchen versuchte offenbar bereits, ein Muster zu erkennen: «Wir konnten keine ethnischen, kulturellen oder sozialen Gemeinsamkeiten der Herkunftsfamilien sehen», heißt es gegenüber dem Express. Die betroffenen Familien würden jedoch alle im selben örtlichen Umfeld wohnen, wie dies auch bei den Betroffenen in Frankreich der Fall war.

Experten der Berliner Charité untersuchen

Die Gelsenkirchener Klinik hat nun Kontakt zu den Spezialisten der Berliner Charité aufgenommen, Abteilung «Embryonaltoxologie». Die Experten für Arzneimittelrisiken während der Schwangerschaft sollen die mysteriösen Fälle untersuchen.

Die Fälle erinnern an den Contergan-Skandal aus den 1960er Jahren. Das rezeptfreie Medikament Contergan, das unter anderem gegen Schwangerschaftsübelkeit empfohlen wurde, hatte bei Zehntausenden Babys zu schwere Missbildungen an Armen und Beinen geführt, viele davon starben kurze Zeit nach der Geburt.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jerry am 14.09.2019 20:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist es schon nicht läscherlich dass jede Polizeistelle in der EU mitteinander verbunden ist, aber Krankenhäuser nicht?!?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jerry am 14.09.2019 20:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist es schon nicht läscherlich dass jede Polizeistelle in der EU mitteinander verbunden ist, aber Krankenhäuser nicht?!?