Grossbrand in Bangladesh

21. Februar 2019 07:18; Akt: 21.02.2019 22:34 Print

Menschen können nicht fliehen – 69 Tote

In Bangladeshs Hauptstadt kam es zu einem Inferno. Menschen versuchten vergeblich, vor dem Feuer zu flüchten.

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Bei einer Brandkatastrophe in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka sind mindestens 70 Menschen ums Leben gekommen und Dutzende weitere verletzt worden. Das Feuer zerstörte Wohngebäude in der Altstadt, in denen auch Chemieprodukte gelagert wurden.

Dies teilte Feuerwehrchef Ali Ahmed am Donnerstag mit. Augenzeugen berichteten von einem Inferno: Eine ganze Straße habe in Flammen gestanden. Auch Menschen in Rikscha-Taxis seien von der Feuerwalze erfasst worden und verbrannt.

«Die Zahl der Toten könnte noch ansteigen. Die Suche dauert noch an», sagte der Feuerwehrchef. Nach Angaben von Ärzten im Medical College Hospital wurden in der Klinik mindestens 55 Verletzte behandelt, davon schwebten mindestens zehn in Lebensgefahr.

Der Feuerwehr zufolge brach der Brand am späten Mittwochabend im Geschäftsviertel Chawkbazar aus. Demnach explodierte womöglich zunächst eine Gasflasche und löste einen Brand in einem Wohngebäude aus, in dem auch leicht entzündliche Chemikalien wie Sprays gelagert wurden. Die Flammen griffen dann auf mindestens vier benachbarte Gebäude über, in denen ebenfalls Chemikalien gelagert wurden.

Unter den Opfern befinden sich nach Angaben der Polizei auch Passanten und Mitglieder einer Hochzeitsgesellschaft. Eine Flucht vor den Flammen wurde durch verstopfte Straßen und verschlossene Hauseingänge erschwert. So war das Haupttor eines fünfstöckigen Gebäudes verriegelt, wie das staatliche Fernsehen berichtete.

«Zum Zeitpunkt des Brandes gab es einen Stau», sagte Feuerwehrchef Ahmed. «Deswegen konnten die Menschen nicht flüchten.» Die Straßen in der Gegend seien sehr eng. Die Feuerwehr hatte Mühe, den Brandort zu erreichen.

«Sie dachten, sie überleben, wenn sie die Rollläden herunterlassen»

Mehr als 200 Feuerwehrleute eilten zum Unglücksort. Nach Angaben eines Feuerwehrvertreters war der Brand am Donnerstag unter Kontrolle, aber noch nicht gelöscht. «Es wird dauern. Das ist kein Feuer wie jedes andere.»

Feuerwehrleute und Augenzeugen berichteten von schrecklichen Szenen bei der Suche nach Opfern. «Wir haben 24 Leichen in einer Ecke eines Gebäudes gefunden und neun weitere in einer Apotheke mit heruntergelassenen Rollläden», sagte Feuerwehrmann Shariful Islam. «Sie dachten, sie würden überleben, wenn sie die Rollläden herunterlassen.»

Ein Augenzeuge berichtete von der «verkohlten Leiche einer Frau in einer Rikscha, die ihre Tochter im Arm hielt». Weil viele der Chemikalien für Sprays in den oberen Stockwerken der Gebäude explodierten, habe es «Feuerbälle» geregnet, sagte der schwerverletzte Haji Mohammed Salahuddin.

Die Straßen in der Nachbarschaft seien vollgestopft mit Autos, Lastwagen und Rikschas gewesen. «Die Explosionen waren so laut wie im Krieg», sagte er. «Ich habe auf der ganzen Straße brennende Körper gesehen.»

Ein Anwohner, Haji Minto, sprach von einer Szene wie beim «jüngsten Tag». «Die Flammen waren so intensiv, dass die Feuerwehrleute in den ersten Stunden nichts machen konnten.»

Eine ähnliche Brandkatastrophe hatte sich bereits 2010 in Dhaka zugetragen. Bei einem Feuer in einem Wohngebäude, in dem ebenfalls Chemikalien gelagert wurden, starben damals mehr als 120 Menschen.

(L'essentiel/chk/sda)

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