Kriminologin

20. Oktober 2021 13:08; Akt: 20.10.2021 13:09 Print

«Merkwürdig, dass Cleos Eltern nicht aufwachten»

Auch der fünfte Tag der Suche nach der verschwundenen Cleo Smith (4) ist erfolglos geblieben. Eine führende Kriminologin Australiens hat sich nun zu Wort gemeldet.

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Cleo Smith (4) ist am frühen Samstagmorgen auf einem Campingplatz in Westaustralien aus dem Zelt ihrer Familie verschwunden. Sie trug einen rosaroten Pyjama. Ihr Schlafsack fehlte ebenfalls.

Die großangelegte Suche der Polizei in dem wilden Küstengebiet, wo sich Schlangen und Skorpione tummeln, ist erfolglos geblieben. Mit jedem Tag schwindet die Hoffnung, das kleine Mädchen lebendig zu finden. Hunde, Drohnen, Helikopter und selbst das Militär haben den Suchradius um den Campingplatz ausgeweitet, ergebnislos.

«Davon ausgehen, dass sie mitgenommen wurde»

Zu diesem Zeitpunkt sei es «unwahrscheinlich», dass Cleo selbst aus dem Zelt gekrochen und davon spaziert sei, sagt die in Australien bekannte Kriminologin Xanthe Mallett: «Nach vier Tagen der Suche ist es praktisch unmöglich, dass ein Kind so weit gelaufen ist, dass es unentdeckt bleibt», sagte sie zu «7 news».

Sie fügte an: «Wir sprechen von einem sehr unwirtlichen Gebiet. Die Suche innerhalb eines fünf-Kilometer-Radius’ blieb erfolglos. Mittlerweile muss man deswegen davon ausgehen, dass sie von jemandem mitgenommen wurde.»

Die Polizei hatte am Vortag deutlich gemacht, dass der Campingplatz, der jetzt als Tatort gehandhabt wird, letztes Wochenende stark frequentiert gewesen sei.

«Merkwürdig, dass Eltern nicht aufwachten»

Die Kriminologin findet es «ziemlich merkwürdig», dass Cleos Mutter und ihr Stiefvater in jener Nacht nicht aufgewacht seien. «Man würde meinen, dass ein Schlafsack, der bewegt wird, dass ein Kind, das bewegt wird, Geräusche machen, die die Eltern aufwecken. Doch vielleicht schlafen diese einfach sehr tief, wir wissen es nicht.»

Es gibt keine Anhaltspunkte, dass die Eltern mit dem Verschwinden ihrer Tochter etwas zu tun haben. Cleos Mutter Ellie zufolge schlief das Mädchen neben ihrer jüngeren Schwester auf einer Luftmatratze. Sie habe Cleo gegen 1.30 Uhr etwas zu trinken gegeben. «Das war das letzte Mal, dass ich sie sah.»

Straßenüberwachungs- und Wildkameras

Die Eltern schliefen in einem abgetrennten Teil desselben Zeltes. Als sie ihrer Jüngsten um sechs Uhr morgens das Fläschchen geben wollte, habe sie bemerkt, dass der Reissverschluss am Zelteingang offen stand und Cleo verschwunden war. «Am liebsten sitzt Cleo noch im Kinderwagen. Sie würde uns nie verlassen, sie hätte das Zelt nie verlassen», so Mutter Ellie.

Da bereits mehrere Tage vergangen sind, könne das Kind mittlerweile überall im Land sein, so Mallett weiter. «Die Chance, es lebend zu finden, schwindet mit jedem Tag.»

Die Polizei hat die Suche nach dem Kind nicht nur flächenmäßig ausgeweitet, sondern auch personell aufgestockt. Die Ermittler werten australischen Medien zufolge zudem Straßenüberwachungs- und selbst Wildkameras der Gegend aus.

(L'essentiel/gux)

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