Von der Geschichte lernen

18. Januar 2021 19:24; Akt: 18.01.2021 19:38 Print

Mit diesen Regeln bekämpfte man einst die Pest

Nicht zum ersten Mal wird die Erde von einer Pandemie heimgesucht. Vor 432 Jahren wählte man ähnliche Maßnahmen, wie eine alte Arzt-Broschüre zeigt.

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Machen Abstand halten, Quarantäne, Ausgehverbot und regelmäßig lüften wirklich Sinn? Wenn man ein wenig in die Geschichte zurückblickt, ja. Das zeigt jetzt ein 432 Jahre altes Handbuch eines italienischen Arztes. Er beschreibt darin detaillierte Regeln, wie die Ausbreitung der Pest vermieden werden soll. Viele der Maßnahmen ähneln den aktuellen Corona-Maßnahmen.

Mit der Broschüre stellte der italienische Arzt Quinto Tiberio Angelerio im 16. Jahrhundert für die vom Schwarzen Tod heimgesuchten sardischen Stadt Alghero insgesamt 57 Regeln auf. So wurden schon damals die Patienten unter Quarantäne gestellt und das Städtchen von der Außenwelt abgeschottet.

Konsequent Abstand halten dank Stock

Genauer gesagt sollte eine dreifache Absperrung um die Stadtmauern den Handel mit der restlichen Welt verhindern, wie die BBC schreibt. Versammlungen wurden verboten und nur noch eine Person pro Haushalt durfte das Haus verlassen, um Einkäufe zu erledigen. Zudem mussten sie draußen einen fast zwei Meter langen Stock mit sich tragen, um Abstand zu ihren Mitmenschen zu wahren. An den Theken von Lebensmittelgeschäften wurden Geländer eingebaut, damit sich Kunden auch beim Einkaufen nicht zu nahe kamen.

Eine Gefahr sah Angelerio auch im Händeschütteln: Er rief die Menschen zur Vorsicht beim Friedensgruß während des Gottesdienstes auf. Außerdem stellten Wachen sicher, dass Kranke und Kontaktpersonen nicht das Haus verließen. Zudem sollte ein rotes Kreuz an der Tür die Mitmenschen vor den verseuchten Häusern warnen. Infizierte sollten auf abgelegenen Krankenstationen isoliert werden.

Bildstrecke: Mit diesen Lockdown-Regeln bekämpfte man einst die Pest

Mit Glockenläuten gegen den Erreger

Eine weitere Vorschrift wies Hausbesitzer dazu an, ihre Wohnräume sauber zu halten. So sollten sie regelmäßig lüften, billige Einrichtung verbrennen und teure Möbel waschen, an die frische Luft setzen oder im Ofen desinfizieren. Bemerkten die Bürger, dass sich ihre Nachbarn nicht an die Regeln hielten, sollten sie es melden. Dafür wurden sie sogar bezahlt.

Schlechte Luft galt in dieser Zeit als Infektionsüberträger. Um sie zu reinigen, sollten unter anderem Glocken geläutet und Kanonenkugeln abgefeuert werden. Auch das Auftragen von Parfüms wird in dem Handbuch als geeignetes Schutzmittel beschrieben.

Im 14. Jahrhundert hatte der Schwarze Tod rund 50 Millionen Menschenleben rund um den Globus gefordert. 1582 hatte ein Seemann die Pest nach Alghero auf Sardinien gebracht.

Auch aus der Spanischen Grippe, die Anfang des 20. Jahrhunderts bis zu 40 Millionen Menschen das Leben kostete, kann man Lehren für die Corona-Pandemie ziehen – auch für die eigene psychische Gesundheit.

(L'essentiel/heute.at/fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jos am 18.01.2021 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wusste gar nicht, dass manche der heutigen Politiker noch dieses Handbuch seit 432 Jahren im Familienbesitz haben..

  • Redaktion am 18.01.2021 21:02 Report Diesen Beitrag melden

    schämt Euch - politische Vorgaben ins Netz zu stellen!!!!!

  • Lilalo am 28.09.2021 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lebensmittelgeschäfte vor 400 Jahren????

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lilalo am 28.09.2021 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lebensmittelgeschäfte vor 400 Jahren????

  • mp3 am 19.01.2021 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lauter Genies hier im Forum xD

  • Long long Silver am 18.01.2021 23:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mir hun keen Pandemie, domat fengt et schun un.

    • Christophe am 19.01.2021 14:33 Report Diesen Beitrag melden

      wei nennt der daat dann? alt erem sou ee leugner... gei op telegramm a loss eis hei mat rou.

    • petz am 20.01.2021 10:56 Report Diesen Beitrag melden

      et sinn nëmmen Do.. Leit dei mengen bzw soen et waer keng Pandemie an dir schengt zu denen ze geheieren An Froe stellt sech wann sollen mat esou Leit maachen wann's de Covid19 hunn net an Spidol loosen oder wat soll e maachen mat esou DO.. Leit

    einklappen einklappen
  • Jos am 18.01.2021 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wusste gar nicht, dass manche der heutigen Politiker noch dieses Handbuch seit 432 Jahren im Familienbesitz haben..

  • Redaktion am 18.01.2021 21:02 Report Diesen Beitrag melden

    schämt Euch - politische Vorgaben ins Netz zu stellen!!!!!