Lebenslange Freiheitsstrafe

27. Oktober 2021 22:51; Akt: 27.10.2021 22:51 Print

Mörder von Sarah Everard wehrt sich gegen Urteil

Wayne Couzens hat Berufung gegen seine lebenslange Gefängnisstrafe eingelegt. Gleichzeitig wurde bekannt, dass ein weiterer Beamter der Londoner Polizei wegen Vergewaltigung in U-Haft sitzt.

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Der des Mordes an der Londonerin Sarah Everard für schuldig befundene britische Ex-Polizist hat Berufung gegen seine lebenslange Freiheitsstrafe eingelegt. Ein Sprecher des zuständigen Berufungsgerichts bestätigte am Mittwoch den Eingang eines entsprechenden Antrags. Der Fall hatte eine hitzige Debatte über die Sicherheit von Frauen und die internen Sicherheitsvorgaben der Polizei ausgelöst.

Der Polizist Wayne Couzens hatte die 31-Jährige im März im Londoner Stadtteil Clapham unter einem Vorwand festgenommen, sie anschließend vergewaltigt und getötet. Im September wurde der inzwischen aus dem Polizeidienst entlassene 48-Jährige zu lebenslanger Haft verurteilt.

In der Folge versprach die britische Regierung verstärkte nächtliche Polizeipatrouillen und mehr Geld für die öffentliche Sicherheit. Das Innenministerium leitete eine Untersuchung zu «systematischen Fehlern» ein, die dafür sorgen sollte, dass sich ein solcher Fall nicht wiederholt. Die Londoner Polizei kündigte ihrerseits Maßnahmen zum besseren Schutz von Frauen an.

Ein anderer Polizist sitzt wegen Vergewaltigung in U-Haft

Derweil erschüttert ein weiterer Fall von Polizeigewalt Großbritannien. Ein Beamter der Londoner Polizei ist wegen Vergewaltigung in Untersuchungshaft genommen worden. Das entschied ein Gericht in der britischen Hauptstadt am Mittwoch. Das Verbrechen soll am Sonntagabend stattgefunden haben.

Der 28 Jahre alte Beamte sei nicht im Dienst gewesen, teilte die Londoner Polizei mit. Er wurde suspendiert. Die Behörde zeigte sich äußerst besorgt.

«Kein Platz für Sexualstraftäter»

In Großbritannien sind zuletzt deutlich mehr Polizisten wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt worden. Zwischen 2018 und 2021 gab es 66 Disziplinarverfahren gegen Beamte und Mitarbeiter, wie die unabhängige Behörde Independent Office for Police Conduct (IOPC) am Dienstag mitteilte. Davon wurden allein 42 im vergangenen Jahr eingeleitet. 2016 gab es demnach zehn Verfahren.

Die Behörde betonte, dass in der Polizei kein Platz für Sexualstraftäter sei. Die deutliche Zunahme der Disziplinarmaßnahmen sei auf verstärkte Sanktionsbemühungen zurückzuführen. Zudem sorge das erhöhte Bewusstsein dafür, dass mehr Fälle gemeldet wurden.

In 63 der 66 Verfahren gegen Beamte konnte ein Fehlverhalten nachgewiesen werden. Es handle sich um einen erschreckenden Missbrauch des Vertrauens der Öffentlichkeit mit verheerenden Auswirkungen, sagte die stellvertretende IOPC-Chefin Claire Bassett der Nachrichtenagentur PA. Die Zahl zeige aber, dass das Verhalten Konsequenzen habe. Polizeiverbände versprachen, das Problem konzentrierter anzugehen.

(L'essentiel/AFP/DPA/job)

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