In London

30. September 2020 14:18; Akt: 30.09.2020 14:18 Print

Mutter dealt seit Lockdown, um Kinder zu ernähren

Die Corona-Krise stellt viele Existenzen vor harte Herausforderungen. Eine alleinerziehende Mutter begann im Lockdown mit Drogen zu dealen.

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Eine Mutter sah sich gezwungen während der Pandemie mit Drogen zu dealen, um ihre Kinder über Wasser zu halten. (Symbolbild) (Bild: istock)

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Mandy ist 35 Jahre alt und lebt in London. Durch die Corona-Krise fielen der Grafikdesignerin Aufträge weg, weswegen die alleinerziehende Mutter sich überlegen musste, wie sie zu Geld kommt, um ihre beiden Töchter ernähren zu können.

Deswegen startete sie kurzerhand einen Lieferservice für Haschisch- und Cannabis-Edibles. Der Name, der für das unkonventionelle Projekt geschaffen wurde, „National Hashish Service“ (NHS), lehnte an das staatliche Gesundheitssystem in Großbritannien an.

Wie die Engländerin gegenüber Vice erzählt, kaufte sie im März, dem Monat der großen Ungewissheit, erstmals hochwertiges Haschisch in großen Mengen von einem Freund. Dafür investierte sie einen Großteil ihrer Ersparnisse. Da sie selbst bemerkte, wie ihr eigener Konsum während der Isolation anstieg, entschied sie sich dazu, den Rest zu verkaufen.

«Ich war stoned, paranoid und hatte Schweißausbrüche»

Sie versendete zunächst nur im kleinen Rahmen, da sie auf Nummer Sicher gehen wollte, nicht entdeckt zu werden. Zudem verschickte sie gratis Päckchen an Freunde und Menschen, von denen sie wusste, dass sie es während des Lockdowns benötigen könnten.

«Ich habe noch nie etwas im Darknet gekauft und ich hatte auch keine Ahnung, wie man so etwas sicher verschickt. Ich habe einfach ein bisschen improvisiert mit Abdeckband, Plastikzeug und alten Cornflakes-Schachteln. Ich war stoned, paranoid und hatte Schweißausbrüche, als ich zum ersten Mal zur Post bin, um die Pakete aufzugeben.»

«Ich war wie gelähmt vor Angst»

Die Anfragen nahmen stetig zu. Durch Mundpropaganda sprach sich ihr Geschäftszweig herum, was Mandy gelegen kam, da die Aufträge weiter einbrachen. «Inzwischen bekam ich, wie viele andere Menschen, fast gar keine Aufträge mehr. Freunde von Freunden in ganz Großbritannien sagten mir, dass sie gerne mehr kaufen würden. Und ich brauchte das Geld. Der Erlös von meiner ersten Ladung hatte mir geholfen, meine Rechnungen zu bezahlen und Lebensmittel zu kaufen. Also habe ich ein bisschen davon in eine neue Lieferung investiert und dann normale Preise verlangt, weil ich sonst keine Einkünfte hatte. Ich verdiente damit 2000 Pfund. Miete und Rechnungen türmten sich, weil ich einen wichtigen Klienten verloren hatte. Ich hatte keinen Anspruch auf Regierungshilfen. Ich war wie gelähmt vor Angst.»

Mittlerweile hat sie 20 bis 30 Stammkunden. 1500 Pfund im Monat bleiben ihr steuerfrei. Mehr Angst als erwischt zu werden hat die 35-jährige davor, aus ihrer Wohnung geworfen zu werden. Ihre Töchter wissen nichts von ihrem Nebenverdienst.

(L'essentiel/ga)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tu devrais avoir honte am 30.09.2020 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Arrêtez ce cinéma par pitié ; Non tu n'est pas obligé de dealer pour nourrir ta famille. Evidemment travailler au McDo, à l'usine, faire des ménages, et autres c'est pas gratifiant, ça paie moyen, c'est précaire, usw... mais c'est légal et honnête. Tu sais au moins ce qu'il y a derrière la drogue? C'est pas le côté glamour des tabloïds et autres torchons, il y a de la souffrance humaine, des addicts, des morts, de l'exploitation humaine. Tu veux aussi que l'on parle d'où va l'argent de la drogue?

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  • SuperDupont am 30.09.2020 22:56 Report Diesen Beitrag melden

    Et un coups de pub gratos pour un magazine similaire a Youcorn pour soutenir le pire du pire. Quel monde de ,,,

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  • Lol am 01.10.2020 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und die anderen dealen aus langweile oder wie!?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Firwatochnet am 01.10.2020 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Zevill "WEEDS" gekuckt

  • Lol am 01.10.2020 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und die anderen dealen aus langweile oder wie!?

  • SuperDupont am 30.09.2020 22:56 Report Diesen Beitrag melden

    Et un coups de pub gratos pour un magazine similaire a Youcorn pour soutenir le pire du pire. Quel monde de ,,,

    • NoBigDeal am 01.10.2020 09:49 Report Diesen Beitrag melden

      Si vous croyez que ça c'est le pire du pire, vous n'avaz pas vu grand chose de ce monde.

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  • De_klenge_Fuerzkapp am 30.09.2020 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Zitat: ''Ich hatte keinen Anspruch auf Regierungshilfen'' . . . Als Asylbeweberin oder Flüchtling hätte sie Unterstützung von der Regierung bekommen.

  • Tu devrais avoir honte am 30.09.2020 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Arrêtez ce cinéma par pitié ; Non tu n'est pas obligé de dealer pour nourrir ta famille. Evidemment travailler au McDo, à l'usine, faire des ménages, et autres c'est pas gratifiant, ça paie moyen, c'est précaire, usw... mais c'est légal et honnête. Tu sais au moins ce qu'il y a derrière la drogue? C'est pas le côté glamour des tabloïds et autres torchons, il y a de la souffrance humaine, des addicts, des morts, de l'exploitation humaine. Tu veux aussi que l'on parle d'où va l'argent de la drogue?

    • @Tu devrais avoir honte am 30.09.2020 17:11 Report Diesen Beitrag melden

      pfff c'est quoi la différence, c'est alors un autre qui vous exploite, c'est le capitalisme!

    • Ouvre un livre am 01.10.2020 10:48 Report Diesen Beitrag melden

      tu devrais lire plus de livres et t informer

    • quelle intelligence am 01.10.2020 13:13 Report Diesen Beitrag melden

      quel propos, même les McDa avaient fermés durant des mois.

    • @quelle intelligence am 02.10.2020 16:37 Report Diesen Beitrag melden

      Par exemple les cultivateurs et autres agriculteurs cherchaient en vain de la main d'oeuvre comme les saisonniers étrangers ne pouvaient pas venir. Et il n'ont pas trouvés grand monde. Bien sûr c'est payé au mini, et le job est ingrat et pas gratifiant. Mais c'est mieux que de dealer de la drogue et faire le jeu des mafias voir pire...

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