Erkenntnisse

09. Januar 2020 16:54; Akt: 09.01.2020 17:51 Print

Virus-​​Art ist schuld an mysteriöser Krankheit

Dutzende Infizierte innerhalb kürzester Zeit ließen die Behörden aufschrecken. Nun soll der Auslöser des rätselhaften Lungenleidens in China gefunden sein.

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Nachdem sich in der chinesischen Millionenstadt Wuhan innerhalb kurzer Zeit 59 Personen mit einer mysteriösen Lungenkrankheit infiziert hatten, hat sich die Weltgesundheitsorganisation WHO der Sache angenommen. Nun präsentierte sie erste Erkenntnisse.

Wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heißt, ist offenbar ein neuartiges Coronavirus verantwortlich. Bereits bekannte Vertreter der Virusfamilie können gefährliche Erkrankungen wie die Lungenseuche Sars (Severe Acute Respiratory Syndrome) oder Mers (Middle East Respiratory Syndrome) auslösen.

Anzeichen sprechen für sich

Dabei handele es sich um eine «vorläufige Feststellung», erklärte Xu Jianguo von der Chinesischen Akademie der Technik laut der Nachrichtenagentur Xinhua. So sei die volle Gen-Sequenz bei einem Patienten entschlüsselt worden. Das Virus zeige die typische Morphologie eines Coronavirus und sei bei 15 weiteren Erkrankten bestätigt worden. Weitere Untersuchungen sollen folgen.

«Alles, was wir bislang über das mysteriöse Lungenleiden in Wuhan wissen – einschließlich der Aktivität, der Lokalisation und der Symptome der Betroffenen –, weist auf das Coronavirus als Auslöser hin», heißt es in der Mitteilung der WHO.

«Nach Angaben der chinesischen Behörden kann das Virus bei einigen Patienten ernste Störungen verursachen», so die UNO-Organisation, «aber es wird nicht schnell übertragen».

Fischmarkt im Fokus

Die noch namenlose Krankheit ist zwischen dem 12. und 29. Dezember ausgebrochen. Sieben der 59 Betroffenen erkrankten schwer. Die anderen befinden sich in einem stabilen Zustand. Acht Infizierte konnten bereits das Krankenhaus wieder verlassen, wie die Medienagentur New China am Mittwoch mitteilte.

Wo die Patienten mit dem Erreger in Kontakt gekommen sind, ist derzeit noch unklar. Laut den Forschern um Xu seien aber einige von ihnen als Verkäufer auf dem Huanan-Markt, einem Großmarkt für Fische und Meeresfrüchte, tätig. Dieser ist bereits geschlossen worden und soll gründlich gereinigt werden.

Maßnahmen zur Eindämmung

Auch in Hongkong wurden unterdessen erste Vorsichtsmaßnahmen ergriffen: Am Flughafen wurden Fieber-Messgeräte installiert. Reisende aus Wuhan werden gesondert kontrolliert. In der chinesischen Sonderverwaltungszone sind bisher 16 Verdachtsfälle gemeldet worden.

Die US-Botschaft in Peking hat indes eine Reisewarnung herausgegeben: Reisende nach Wuhan sollten Tiermärkte, den Kontakt mit Tieren und ungekochtes Fleisch meiden. Weiter solle man kranken Personen aus dem Weg gehen und sich die Hände häufig mit Seife und Wasser waschen.

Wer in Wuhan gewesen sei und sich krank fühle, solle umgehend medizinische Hilfe suchen und den Kontakt mit anderen vermeiden, so die US-Botschaft.

(L'essentiel/fee/afp)

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