Nach Mega-Explosion

28. Juli 2021 13:37; Akt: 28.07.2021 14:15 Print

Niemand soll eigenes Gemüse oder Früchte essen

Noch immer werden nach der Explosion im Chempark Leverkusen fünf Personen vermisst. Die Behörden warnen die Bevölkerung, die Rußpartikel nicht in die Wohnung zu tragen.

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Die Suche nach fünf Vermissten geht einen Tag nach der Explosion in einem Chemiepark in Leverkusen weiter. Bei dem Unglück sind nach Angaben von Chempark-Leiter Lars Friedrich mindestens zwei Menschen gestorben. 31 Personen wurden verletzt. Fünf Schwerverletzte liegen nach Polizeiangaben auf Intensivstationen.

Ein Sprecher des Chemparks – einer der größten Chemieparks Europas – erklärte am Mittwochmorgen: «Mit zunehmender Dauer und auch zunehmender Annäherung der Einsatzkräfte an den Brandherd verringert sich die Wahrscheinlichkeit, Überlebende zu finden». Beim Löschen sei Schaum zum Einsatz gekommen. Deshalb sei dieser Bereich unübersichtlich. Das erschwere die Suche nach den Vermissten.

Greenpeace warnt vor Atemwegsreizungen

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul erklärte, dass auch bei einem zweiten Tank mit 100.000 Liter hochentzündlichen, giftigen Abfallstoffen eine Explosionsgefahr bestanden habe. Die Feuerwehr habe die Gefahr aber gebannt. Alles in allem waren 300 Feuerwehrleute im Einsatz.

Die gewaltige Explosion war im Umkreis von 40 Kilometern zu hören und zu spüren, selbst im 76 Kilometer entfernten Dortmund waren die Rußwolken noch zu sehen. Noch ist die Ursache für die Explosion unklar – und auch, ob Giftstoffe entwichen sind.

Der explodierte Tank war nach Angaben des Chempark-Betreibers Currenta mit chlorhaltigen Lösungsmitteln gefüllt. Eine Gefahr für die Bevölkerung soll es aber nicht geben, wie Luftmessungen zeigten.

Anders klingt es hingegen bei Greenpeace. «Nach der Explosion in #Leverkusen besteht Gesundheitsgefahr für die Anwohner:innen», twittert die Umweltschutzorganisation und warnt: «Evtl. verbrannte halogenierte Chemikalien können zu Atemwegsreizungen führen.» Ein Greenpeace-Team sei vor Ort, um Rußproben zu nehmen.

Kein eigenes Gemüse und Obst essen

Anwohner und Anwohnerinnen waren nach der Explosion aufgefordert worden, ins Innere zu gehen und Fenster und Türen geschlossen zu halten. Erst am Nachmittag hob Leverkusen die Warnung für die meisten Stadtteile auf. Im besonders betroffenen Stadtteil Bürrig jedoch gilt sie noch weiterhin.

Die Behörden warnen jetzt vor dem Verzehr von Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten, denn es gibt bereits Meldungen über Rußablagerungen. Man solle sich auf einer eigens eingerichteten Telefon-Hotline sofort melden, wenn verdächtiger Ruß oder andere unbekannte Niederschläge auf Autos oder Geländern bemerkt würden.

Auch berühren solle man die Substanzen nicht. Es sei zudem wichtig, die etwa münzgroßen Partikel nicht in die Wohnung zu tragen: «Das heißt die Schuhe ausziehen und vor der Haustür lassen», teilte die Stadt Leverkusen mit. Straßen, Bürgersteige und Hauseingänge würden «zeitnah vom Chempark-Betreiber Currenta gereinigt».

(L'essentiel/gux/DPA)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • KNETSCHGUMMI am 28.07.2021 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    DO ASS ENG LUSCH!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • KNETSCHGUMMI am 28.07.2021 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    DO ASS ENG LUSCH!!!