Kathedrale in Paris

15. Oktober 2019 11:36; Akt: 15.10.2019 11:49 Print

Notre-​​Dame droht im Herbst der Einsturz

Ein halbes Jahr nach dem verheerenden Brand sind sich Experten sicher: Die Pariser Kathedrale Notre-Dame würde einen Herbststurm nicht überstehen.

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Der größte Teil ihres Dachs sowie die Fenster werden von Plastikplanen verdeckt, schwarze Brandflecken «zieren» die Fassade und die majestätischen Bögen der Außenwände werden durch schwere Holzbalken gestützt: Auch ein halbes Jahr nach dem verheerenden Brand sind die Spuren an der schwer beschädigten Pariser Kathedrale Notre-Dame noch immer deutlich sichtbar.

Eine abenteuerlich verbogene, 500 Tonnen schwere Stahlkonstruktion klammert sich über den in Rauch aufgegangenen Dachstuhl, eine originale Eichenkonstruktion aus dem 13. Jahrhundert (siehe Bildergalerie). Ein hohes Absperrgitter hält Touristen auf Abstand.

Keine Fortschritte beim Wiederaufbau

Doch wirkliche Fortschritte beim Wiederaufbau Notre-Dames gibt es nicht. Es gleicht eher einer Sisyphus-Arbeit. Die Statik ist derart labil, dass sich immer wieder schwere Steine aus dem durchlöcherten Gewölbe lösen und in den Innenraum stürzen. Doch aufgrund der strengen Sicherheitsauflagen dauert die Absicherung desselben, zeigt sich Erzpriester Patrick Chauvet ungeduldig. Er ist der Leiter der Baustelle von Notre-Dame und die «bestenfalls schleichenden Fortschritte bereiten mir große Sorgen».

Darüber hinaus müssen die Arbeiter Schutzanzüge und Atemmasken tragen. Durch das Feuer im April wurde eine große Menge an Blei freigesetzt, es schmolz in den lodernden Flammen. Beim Verlassen der Baustelle müssten die Arbeiter duschen, manchmal mehrmals am Tag. Allerdings gebe es an Notre-Dame keine Toiletten. Das Prozedere stehle also viel Zeit, so Chauvet.

«Fortbestand der Kathedrale nicht garantiert»

Mittlerweile hat sich die Renovierung der weltberühmten Basilika zu einem Wettlauf mit der (Jahres-)Zeit entwickelt. Experten fürchten, dass heftige Regenfälle oder ein schwerer Herbststurm die Kathedrale nach wie vor zum Einsturz bringen könnten. «Nein, noch ist der Fortbestand der Kathedrale nicht garantiert», muss auch Chauvet gegenüber L'Express zugeben.

Die französische Nationalversammlung hat die Pläne der Regierung für einen schnellen Wiederaufbau der Pariser Kathedrale Notre-Dame verabschiedet. Damit wollte die Regierung von Präsident Emmanuel Macron eine Instandsetzung innerhalb von fünf Jahren ermöglichen. Doch dieser Zeitplan wackelt gewaltig.

Rekonstruktion beginnt frühestens 2020

So wie es derzeit aussieht, dürfte die Sicherung noch Monate in Anspruch nehmen. Mit dem Beginn der Rekonstruktion ist also frühestens 2020 zu rechnen.

Auch die zahlreichen Entwürfe für den Wiederaufbau müssen auf die lange Bank geschoben werden. Architekten aus aller Welt haben Vorstellungen und Ideen für die Renovierung des Pariser Wahrzeichens und diese auch veröffentlicht (siehe Bildergalerie weiter oben). Derzeit aber gilt es zu retten, was zu retten ist.

(L'essentiel/red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Iris Gläser am 16.10.2019 08:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum dafür überhaupt Steuerzahler haften sollen, ist mir ein Rätsel. Und wenn der Priester sagt, wegen der Sicherheitsauflagen dauert alles so lange, zeigt das nur, wie wichtig ihm die Menschen wirklich sind. Abreißen und an dieser Stelle eine öffentliche Grundschule errichten, damit würde man wenigstens was für die Menschen tun!

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  • Niemand am 15.10.2019 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    Soll es doch umfallen und die Spenden für gute Zwecke benutzt werden.

  • jJAKO am 15.10.2019 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Hätte man keine Einsparungen vorgenommen beim Brandschutz als die Reparaturen an der Kathedrale vorgenommen wurden d.h. eine bessere Ueberwachung bei den Schweissarbeiten Tag u.Nacht usw, hätten den Brand verhindert, aber nur sparen,sparen! Sicherheit kostet Geld, rentiert sich aber.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Iris Gläser am 16.10.2019 08:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum dafür überhaupt Steuerzahler haften sollen, ist mir ein Rätsel. Und wenn der Priester sagt, wegen der Sicherheitsauflagen dauert alles so lange, zeigt das nur, wie wichtig ihm die Menschen wirklich sind. Abreißen und an dieser Stelle eine öffentliche Grundschule errichten, damit würde man wenigstens was für die Menschen tun!

    • Jempy am 16.10.2019 10:50 Report Diesen Beitrag melden

      Eine Parkplatz währe auch gut.

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  • Niemand am 15.10.2019 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    Soll es doch umfallen und die Spenden für gute Zwecke benutzt werden.

  • Ciao bello am 15.10.2019 15:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wann un mengem Haus Statik sou Labil as ginn ech gezwongen ofzerappen oder därf kee mei ran an ronderem.

  • Ciao bello am 15.10.2019 15:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keng assurance asw., kann net sinn dat daat erlaabt as och net fir den Vatikan mat sengem ganzen Schwarzgeld, judengold....

  • Ciao bello am 15.10.2019 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An dann de Vatikan soll gefällegst selwer bezuelen, an Spenden missten un dei franseisch Obdachlosen goen, a wann de Knascht zesummenfällt och gudd. Gutt freckt. A weivill Menschenliewen sinn schon geopfert ginn fir dei cathedral. Gudd freckt