in Tierversuchslabor

14. November 2019 09:32; Akt: 14.11.2019 11:11 Print

Offenbar jahrelang Arznei-​​Studien gefälscht

Ex-Mitarbeiter des Tierversuchlabors LPT berichten anonym, dass sie Studien auf die ein oder andere Art verfälschen mussten. Die Ermittlungen laufen.

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Gewalt gegen Tiere; sterbende, blutende Hunde, verfälschte Medikamenten-Studien: Das LPT kommt nicht mehr aus den Schlagzeilen.

Hat eines der größten Tierversuchslabore Deutschlands Medikamentenstudien gefälscht um Kunden bei der Stange zu halten? Genau das berichten ehemalige Mitarbeiter des LPT, nachdem der Tierschutzverein Soko Tierschutz Undercover-Aufnahmen aus dem Tierversuchslabor veröffentlichte, die zeigen wie Beagles, Affen oder Katzen in dem Labor gehalten und gequält wurden.

Dosierung heimlich runtergeschraubt

Neben dem Verdacht der Tierquälerei steht nun auch der Verdacht im Raum, dass ehemalige Mitarbeiter von verschiedenen Standorten angehalten wurden, auf die eine oder andere Art heimlich Studien zu verfälschen und nicht darüber zu sprechen.

Nach der Ausstrahlung von Undercover-Aufnahmen im LPT, meldeten sich mehrere ehemalige Mitarbeiter des Tierversuchslabors beim ARD-Magazin Fakt. Sie berichten von gefälschten Medikamentenstudien an unterschiedlichen Standorten des Tierversuchslabors. Tiere sollen undokumentiert und heimlich ausgetauscht worden sein. Dosierungen wurden verändert, ohne es zu kommunizieren.

So erzählt eine ehemalige Mitarbeiterin des Tierversuchslabors (Standort: Wankendorf bei Plön) anonym davon, dass bei Arznei-Studien mit Ratten die Dosierung heruntergeschraubt wurde, um ein Ergebnis zu erhalten, das den Kunden nicht abschrecken würde.

Tote Versuchstiere heimlich ausgetauscht

«Es gab drei unterschiedliche Dosierungsstärken. In der stärksten sind die Tiere der Reihe nach gleich zu Anfang innerhalb von wenigen Tagen zum Großteil verstorben», erklärt die ehemalige Mitarbeiterin von LPT gegenüber «Fakt». Darum habe man den Tieren deutlich niedrigere Dosen verpasst, ohne dies dem Kunden zu melden. Die Ex-Mitarbeiterin erzählt weiter, das sie angehalten wurde, nicht darüber zu reden.

Ein eingeschleuster Mitarbeiter von der Soko Tierschutz filmte während seiner mehrmonatigen Undercover-Recherche im LPT sogar den Austausch eines Affen, der während einer Medikamentenstudie heimlich ausgetauscht wurde. Der Tod des Affen hätte gemeldet werden müssen. Stattdessen experimentierte man am neuen Affen weiter.

«Angriff auf die Folterkammern»

All diese Vorwürfe scheinen jedoch nicht neu. Das deutsche Magazin Stern berichtete bereits 1982 über fragwürdige Zustände im Tierversuchslabor LPT in Medienbüttel. Titel: «Angriff auf die Folterkammern». Ein Tierpfleger berichtet darin von Tieren, die während Versuchsreihe heimlich und ohne entsprechende Meldung heimlich ausgetauscht wurden.

Ob Medikamentenstudien gefälscht und damit möglicherweise auch Menschenleben in Gefahr gebracht wurden, ist jetzt Sache der Staatsanwaltschaft. Es laufen derzeit sechs Ermittlungsverfahren gegen das LPT. Aktuellen Informationen zufolge muss das Labor 2020 schließen.

Tierschutz- Großdemo geplant

Die Soko Tierschutz will indes ihren öffentlichen Druck gegen LPT aufrecht erhalten. Für den 16. November ist um 14 Uhr eine Großdemo unter dem Motto «LPT Schließen, Tierversuche abschaffen!» in Hamburg angekündigt. Die erste Demo nach öffentlich werden des Skandals war die größte Tierschutz-Demo Deutschlands aller Zeiten. Rund 8000 Menschen protestierten friedlich für die Schließung des Labors.

Die Organisation Soko Tierschutz veröffentlichte ein Schock-Video, in dem die grausamen Tierversuche eines deutschen Labors zu sehen sind. (Video: Soko Tierschutz)

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Julie am 14.11.2019 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Auf Mord steht lebenslange Haft, dies sollte auch für Mord an Tieren gelten, anders ist das Problem mit Misshandlern nicht in den Griff zu bekommen. Leute die sowas mit Tieren machen würden es auch mit Menschen machen, wenn entsprechende Gesetze dies nicht verhindern würden , es handelt sich um krankhafte Sadisten die ihre Sucht befriedigen müssen

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  • Patches am 15.11.2019 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Da wird mir schlecht. Wie kann man nur so grausam sein. Ich hab selber 2 Beagles aus einem Tierversuchslabor (nicht LTP, da kommt kein Tier lebend raus). Man kann sich gar nicht ausmalen, welche Folter die Armen durchgemacht haben. Umso dankbarer bin ich für jede Minute, die ich mit meinen beiden Goldstücken verbringen kann. Tierquäler gehören genauso hart bestraft, wie Mörder und Vergewaltiger.

  • was zählt, ist der Geldprofit ... am 17.11.2019 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    Wie krank ist das 'normale' Menschenhirn?, verbunden mit seinem externen Harddisk PC u IT? ... arme ausgebeutete gendefekte Tierwelt! arme gift- u genmanipulierte Pflanzenwelt! arme vergiftete Insekten- u Kleintierwelt! arme Menschen, die der Pharmaindustrie blind vertrauen, die den Menschen über 'Verschreibung' durch das Medium Arzt o Mediziner untergejubelt wird zum Versuch, so dass der Mensch zum bezahlenden Versuchstier wird, wobei die Heilungschancen verschwinden im Kleingedruckten der Nebenwirkungen der chemischen Giftmischerei, die eine Heilung zunichte machen u die Organe verseuchen!

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  • was zählt, ist der Geldprofit ... am 17.11.2019 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    Wie krank ist das 'normale' Menschenhirn?, verbunden mit seinem externen Harddisk PC u IT? ... arme ausgebeutete gendefekte Tierwelt! arme gift- u genmanipulierte Pflanzenwelt! arme vergiftete Insekten- u Kleintierwelt! arme Menschen, die der Pharmaindustrie blind vertrauen, die den Menschen über 'Verschreibung' durch das Medium Arzt o Mediziner untergejubelt wird zum Versuch, so dass der Mensch zum bezahlenden Versuchstier wird, wobei die Heilungschancen verschwinden im Kleingedruckten der Nebenwirkungen der chemischen Giftmischerei, die eine Heilung zunichte machen u die Organe verseuchen!

  • Patches am 15.11.2019 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Da wird mir schlecht. Wie kann man nur so grausam sein. Ich hab selber 2 Beagles aus einem Tierversuchslabor (nicht LTP, da kommt kein Tier lebend raus). Man kann sich gar nicht ausmalen, welche Folter die Armen durchgemacht haben. Umso dankbarer bin ich für jede Minute, die ich mit meinen beiden Goldstücken verbringen kann. Tierquäler gehören genauso hart bestraft, wie Mörder und Vergewaltiger.

  • Julie am 14.11.2019 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Auf Mord steht lebenslange Haft, dies sollte auch für Mord an Tieren gelten, anders ist das Problem mit Misshandlern nicht in den Griff zu bekommen. Leute die sowas mit Tieren machen würden es auch mit Menschen machen, wenn entsprechende Gesetze dies nicht verhindern würden , es handelt sich um krankhafte Sadisten die ihre Sucht befriedigen müssen

    • Jempy. am 14.11.2019 13:44 Report Diesen Beitrag melden

      Ech geiw tester mat all dei Mörder an krimineller machen. Da weisst een och dass d`resultater op den Mensch gin oder net. En plus geifen se net sou vill ennerhallt kaschten fier den Steierzuehler. A net Deieren quälen dei engem nii eppes ze leeds gedohen hunn.

    • Nico am 14.11.2019 14:44 Report Diesen Beitrag melden

      ech froen mech firwaat déi drecksäck onkenntlech gemaach gin. et sollt een se öffentlech weisen, domat och jiddereen gesäit waat fir ekelhaft kreaturen et sin. menschen sin et keng. an déi dreckschwäin geheieren un esou en stull gefesselt an d´tester un hinnen gemaach. die wixxer déi se sin. an un den essentiel, schummt iech se onkenntlech ze maan. dir ennerstetzt se och nach domat. egaal waat. daat woar deen läschten Artikel vun iech deen geliess gouf.

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