Taifun in Japan

04. September 2018 17:56; Akt: 04.09.2018 17:57 Print

Öltanker reißt Flughafenbrücke ein

Japan wurde vom stärksten Taifun seit 25 Jahren getroffen. Der Flughafen von Osaka ist wegen der Kollision von der Umwelt abgeschnitten.

So heftig wurde Japan von Taifun «Jebi» getroffen. Video: Tamedia/Storyful/Twitter

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Der stärkste Taifun in Japan seit 25 Jahren ist am Dienstag mit voller Wucht über das Land hinweggefegt. Windböen von rund 220 Stundenkilometern und massive Regengüsse ließen Millionen Menschen in Deckung gehen. Laut örtlichen Medien starben mindestens sechs Menschen, etwa 150 weitere wurden demnach verletzt. Die Schäden waren erheblich. Fabriken und Läden schlossen, Verkehrsverbindungen wurden gestrichen, auf dem Großflughafen Kansai bei Osaka saßen rund 3000 Menschen fest.

Die Behörden hatten vor Eintreffen von Taifun «Jebi» rund 1,2 Millionen Menschen aufgefordert, sich in sichere Gebiete zu begeben. Der Chef-Meteorologe der japanischen Wetterbehörde, Ryuta Kurora, sprach vom stärksten Taifun im Land seit 1993.

Öltanker treibt gegen Brücke

Der Sturm traf gegen Mittag in Japan auf Land, zog dann schnell über die Hauptinseln hinweg und steuerte am Abend aufs offene Meer zu. Der Sender NHK berichtete, es gebe mindestens sechs Todesopfer - unter ihnen ein 71-jähriger Mann, der unter den Trümmern seines eingestürzten Hauses begraben worden sei. Mindestens 164 Menschen erlitten den Angaben zufolge leichte Verletzungen.

Im Hafen von Osaka löste sich ein Öltanker und trieb gegen eine Brücke. Wegen des Schadens an der Brücke war der internationale Flughafen Kansai vom Festland abgeschnitten, außerdem waren Teile des Airports überschwemmt.

Aufnahmen zeigen, wie der Taifun Autos und einen LKW mitreißt:

Etwa 3000 Menschen saßen auf dem Flughafen fest, wie ein Behördenvertreter sagte. An den unbeschädigten Teilen der Brücke würden Sicherheitstests vorgenommen, es sei aber unklar, wann die gestrandeten Passagiere den Flughafen verlassen können.

Insgesamt rund 800 Flüge in Japan wurden abgesagt, auch im Fähr- und Zugverkehr kam es zu Ausfällen. Rund 1,4 Millionen Haushalte in Zentraljapan waren ohne Strom.

Wind setzt Riesenrad in Bewegung

Bäume wurden entwurzelt, Strommasten umgerissen, Dächer abgedeckt. Der Sturm wehte Lastwagen um und setzte Straßen unter Wasser. NHK zeigte auch Bilder von einem hundert Meter hohen Riesenrad in Osaka, das allein durch die Kraft des Windes in Bewegung gesetzt wurde.

Große Konzerne wie Toyota, Honda und Panasonic stellten wegen des Unwetters die Produktion ein und riefen ihre Angestellten auf, zuhause zu bleiben. Auch viele Schulen blieben geschlossen.

Krisenstab einberufen

Die Wetterbehörde hatte vorab vor Überschwemmungen, Erdrutschen und Sturmfluten gewarnt. Ministerpräsident Shinzo Abe berief einen Krisenstab ein.

Japan hat in diesem Sommer bereits verschiedene Wetterextreme erlebt. Im Juli kamen etwa 220 Menschen bei Überschwemmungen und Erdrutschen ums Leben, ebenfalls im Juli starben 119 Menschen bei einer Hitzewelle. Asienweit war «Jebi» der 21. Taifun in diesem Jahr.

(L'essentiel/hal)

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