Nach Bad in der Ostsee

13. August 2021 10:28; Akt: 13.08.2021 19:03 Print

Person stirbt durch fleischfressende Bakterien

In Deutschland ist eine Person an den Folgen einer Infektion mit Bakterien der Art Vibrio vulnificus gestorben. Diese können Wundinfektionen auslösen und zum Tod führen.

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Im deutschen Schleswig-Holstein ist ein älterer Mensch nach einer Vibrionen-Infektion gestorben. Die Person sei vermutlich trotz offener Wunde und chronischer Vorerkrankungen in der Ostsee baden gegangen, teilte die Kreisverwaltung am Donnerstag mit. Am 27. Juli sei sie dann im Krankenhaus gestorben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Kiel war es in diesem Jahr der erste gemeldete Infektionsfall in dem Bundesland.

Immer wieder kommt es zu solchen Zwischenfällen. Und die Zahl der Vorkommnisse dürfte noch steigen, wie die Expertinnen und Experten vom deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung BfR schon im vergangenen Jahr warnten. Denn «durch den Klimawandel wird aufgrund steigender Wassertemperaturen weltweit eine Zunahme von Vibrionen erwartet.» Dabei handelt es sich um Bakterien, die je nach Einfallsort am menschlichen Körper Durchfälle oder Wundinfektionen auslösen können:

Infektionen, Amputationen, Tod

Wird nicht schnell genug gegengesteuert (siehe Box), endet der Kontakt mit Vibrionen mitunter mit Amputationen oder sogar tödlich, wie das Robert-Koch-Institut mitteilt. Nicht umsonst werden die Erreger als fleischfressende Bakterien bezeichnet.

Wie schnell eine Vibrionen-Infektion voranschreiten kann, zeigen Fälle aus den letzten Jahren (siehe Bildstrecke). Problematisch ist, dass die Betroffenen oft nicht merken, wenn sich die Keime am Körper zu schaffen machen. Als erste Symptome gelten lokaler Schmerz, Fieber und Schüttelfrost. Manche Betroffene erzählen aber auch, dass sie lediglich einen kleinen Fleck am Körper entdeckten, diesen aber auf einen Spinnenbiss zurückführten.

Menschen mit einem schwachen Immunsystem, Krebserkrankte oder solche mit Leber- oder Nierenschwäche sind besonders gefährdet.

Gefahr steigt weltweit

Die stäbchenförmigen Erreger fühlen sich bei Wassertemperaturen ab 20 Grad pudelwohl und vermehren sich dann rasant, so das BfR. Die Keime kommen weltweit vor allem in Meeren und Flussmündungen vor. Auch in Brackwasser und Lagunen sind sie anzutreffen. «Gewässer mit Süsswasser sind in der Regel nicht betroffen.»

Wie stark die Gefahr durch Vibrionen zugenommen hat, zeigt unter anderem eine im Januar 2020 im Fachjournal «Advances in Atmospheric Science» veröffentlichte Auswertung von Forschenden um den Ozeanografen und Atmosphärenphysiker Cheng Lijing. Demnach sind die vergangenen fünf Jahre die fünf wärmsten Jahre, die je gemessen wurden.

Auf ein erfrischendes Bad muss jedoch niemand verzichten: Das Wasser an den Badeorten wird regelmäßig kontrolliert, und die Behörden warnen bei bestehender Gefahr. Wie man die Gefahr einer Vibrionen-Infektion weiter senken kann, zeigt das obige Video.


(L'essentiel/Fee Anabelle Riebeling)

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