Justizskandal USA

04. Juni 2018 10:58; Akt: 04.06.2018 11:54 Print

Polizei erschießt Vater – vier Dollar Entschädigung

In den USA ist ein Familienvater durch die Kugel eines Polizisten getötet worden. Die Familie sollte vier Dollar Schmerzensgeld erhalten.

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Die Protestbewegung «Black Lives Matter» wendet sich gegen grassierende Polizeigewalt in den USA. (Bild: DPA)

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Im US-Bundesstaat Florida ist die Polizei in Fort Pierce zu einem Routineeinsatz ausgerückt. Eine Anwohnerin hatte sich über zu laute Musik bei einem ihrer Nachbarn beschwert. Als die Polizisten beim Haus des 30-Jährigen Gregory Hill ankamen, öffnete dieser kurz die Tür. Als er die Polizisten entdeckte schloss er sie direkt wieder. Einer der Beamten eröffnete daraufhin das Feuer auf die Haustür, durchsiebte diese mit vier Schüssen: einer davon traf Hill direkt in den Kopf – er starb.

Zu seiner Verteidigung sagte der Polizist, der geschossen hatte, dass Hill eine Waffe in der Hand gehalten habe. Bei einer näheren Untersuchung stellte sich heraus, dass Hill zwar tatsächlich eine Waffe am Körper getragen hatte – allerdings steckte die in seiner Gesäßtasche und war zudem ungeladen. Bei einer Obduktion kam zudem heraus, dass Hill zum Zeitpunkt seines Todes alkoholisiert gewesen war. Die Familie klagte gegen den Polizisten.

Vier Cent für ein Menschenleben

Nach einer längeren Gerichtsverhandlung hat die Jury nun ein Urteil gefällt. Die Hinterbliebenen sollen Beihilfe zu den Beerdigungskosten erhalten sowie ein Schmerzensgeld für die drei nun vaterlosen Kinder. Höhe des Gesamtbetrags: vier Dollar, für die sieben, zehn und dreizehn Jahre alten Kinder. Zur Urteilsbegründung führte die Jury an, Hill habe seinen Tod zu 99 Prozent selbst verschuldet, nur ein Prozent entfalle auf die Beamten.

Die ursprünglich veranschlagte Summe von vier Dollar wurde daraufhin noch einmal gekürzt – auf sagenhafte vier Cent. Da Hill alkoholisiert die Tür geöffnet hatte wurde selbst die ursprüngliche Summe einbehalten. Die örtliche Polizei sieht in der Sache kein größeres Problem. Der Beamte habe sich in «einer sehr schwierigen Situation» befunden und in dieser die «bestmögliche Entscheidung» getroffen, so Polizeichef Ken Mascara.

Der Anwalt der Familie teilte mit, diese sei «am Boden zerstört». Inzwischen wurde eine Spendenkampagne für die Hinterbliebenen eingeleitet, bis zum heutigen Montag kamen auf der Website Gofundme 56.800 Dollar zusammen. Diese sollen dazu genutzt werden, das Wohl der Kinder in Zukunft sicherzustellen.

(dix/L’essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • El Capitan am 04.06.2018 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Also den Polizist misst sei liewe lang an de Bing kommen an de Richter direkt mat dat do as jo lachhaft mei domm geet et net.

  • irgendeen am 04.06.2018 15:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    A. Et wo keng Uwunnerin mais eng Mam dei hiert Kand bei der Schoul am Daach oofgeholl huet. Metten am Daach. Wou et keng Ruhestörung kann sin. B. En as duerch d‘Garagendier erschoss gin. Wou Fliquen koumen soutz hien an der Garage an Paart wo op an nodems en Musik schon mei lues gemeet haat huet en Part zou gemaach an an Fliquen hun dann reicht geschoss. C. En huet secher d‘Waff net nees am Bocksentesch gestach nodems en ugeschoss wo, en as direkt dout gewiecht. Den Flique huet gelunn dass den Mann se an der Hand haat. D. As net verbueden doheem ze drenken, den Riichter deen an 2ter Instanz Somme op 4 Cents roof gesaat huet huet seng entscheedung begrennt dass den Mann besoffen hätt kennen heem fueren (do wo en schon). USA - Black lives don’t matter.

  • Niemand am 04.06.2018 17:19 Report Diesen Beitrag melden

    Die Ami's waren schon immer daneben mit ihrer Justiz und Politik . . .

Die neusten Leser-Kommentare

  • Niemand am 04.06.2018 17:19 Report Diesen Beitrag melden

    Die Ami's waren schon immer daneben mit ihrer Justiz und Politik . . .

  • irgendeen am 04.06.2018 15:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    A. Et wo keng Uwunnerin mais eng Mam dei hiert Kand bei der Schoul am Daach oofgeholl huet. Metten am Daach. Wou et keng Ruhestörung kann sin. B. En as duerch d‘Garagendier erschoss gin. Wou Fliquen koumen soutz hien an der Garage an Paart wo op an nodems en Musik schon mei lues gemeet haat huet en Part zou gemaach an an Fliquen hun dann reicht geschoss. C. En huet secher d‘Waff net nees am Bocksentesch gestach nodems en ugeschoss wo, en as direkt dout gewiecht. Den Flique huet gelunn dass den Mann se an der Hand haat. D. As net verbueden doheem ze drenken, den Riichter deen an 2ter Instanz Somme op 4 Cents roof gesaat huet huet seng entscheedung begrennt dass den Mann besoffen hätt kennen heem fueren (do wo en schon). USA - Black lives don’t matter.

  • El Capitan am 04.06.2018 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Also den Polizist misst sei liewe lang an de Bing kommen an de Richter direkt mat dat do as jo lachhaft mei domm geet et net.