Mit Flaschen beworfen

19. Juli 2020 17:24; Akt: 19.07.2020 18:11 Print

Polizei löst Open-​​Air-​​Party in Frankfurt auf

Am Frankfurter Opernplatz ist in der Nacht auf Sonntag eine Freiluft-Party ausgeartet. Polizisten wurden mit Flaschen beworfen, fünf von ihnen wurden verletzt.

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Eine Freiluft-Party am Opernplatz in Frankfurt ist außer Kontrolle geraten. Über 3000 Personen hatten sich am Samstagabend dort versammelt, um zu feiern. Gegen 1 Uhr waren es noch knapp 500 bis 800 Menschen. Eine Stunde später kippte plötzlich die Stimmung: Es kam in der Nähe des Lucae-Brunnen zu einer Massenschlägerei, an der rund 18 Menschen beteiligt waren, wie die Hessenschau berichtet. Kurz danach lag ein Mann blutüberströmt am Boden.

Die alarmierte Polizei rückte mit zehn Beamten aus. Sie wollten dem Verletzten helfen. Laut Augenzeugen attackierten jedoch die Teilnehmer der Schlägerei die Polizisten. Der Angriff sei von Schaulustigen sogar beklatscht worden.

« Es waren ganz viele Leute hier, die Bars waren voll.»

«Es flogen Flaschen und die Menschen schrien ‹Scheißbullen›», sagt Leser-Reporter F. B. gegenüber L'essentiel. Der 28-jährige Walliser befand sich mit seinem Cousin auf der bekannten Fressgasse. «Es waren ganz viele Leute hier, die Bars waren voll. 95 Prozent feierten friedlich.»

Einer der Randalierer warf 20 Flaschen auf Polizisten

Nach dem ersten Angriff zogen sich die zehn Polizisten zurück und forderten Verstärkung: Wenig später standen 120 Beamte mit Schutzschilden am Opernplatz und bildeten zwei Polizeiketten. Als auch sie mit Flaschen beworfen wurden, entschieden sie, den gesamten Platz zu räumen.

«Die Flaschenwerfer waren ganz jung. Die meisten sicher unter 22», sagt F. B. Er sah, wie etwas ältere Männer die jüngeren aufzuhalten versuchten. Erfolglos.

Die Polizisten konnten schließlich die Randalierer einkesseln. «Die Polizeiketten kamen von rechts und links, dann wurden um die 30 Personen an einer Wand umzingelt», so der Walliser. «Ich habe so etwas noch nie gesehen.» Bei der Polizeiaktion wurden insgesamt fünf Beamte verletzt.

Bildstrecke: «Junge Männer bewarfen die Polizei mit Flaschen und schrien»

Erst gegen 5 Uhr beruhigte sich die Lage. 38 Männer und eine Frau wurden festgenommen. 31 Menschen befinden sich mittlerweile wieder auf freiem Fuß, die acht anderen sollen in U-Haft kommen. Ihnen wird schwerer Landfriedensbruch, Körperverletzung und Sachbeschädigung vorgeworfen. Einer der Krawallmacher alleine soll über 20 Flaschen auf die Sicherheitskräfte geworfen haben. Damit habe er auch andere animiert.

Die Festgenommenen stammen aus Frankfurt und Umgebung (Offenbach, Hanau, Limburg, Heidelberg). Wie die <Bild-Zeitung schreibt, ähnele das Publikum dem der Krawalle in Stuttgart – hoher Migrationsanteil, betrunken und hoch aggressiv.

« Es gab einen Hagel von Flaschenwürfen.»

Laut Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill sind die Festgenommen zwischen 17 und 23 Jahre alt. Er ist schockiert über die Gewaltbereitschaft der Randalierer: Die Beamten seien «so massiv» angegriffen worden, «dass die Polizeiketten immer wieder anhalten mussten. Es gab einen Hagel von Flaschenwürfen.»

Besonders erschreckend war laut Bereswill, dass alle andere 500 bis 800 Personen «zu johlen begangen und Beifall klatschten, wenn Flaschen die Beamten trafen. Dazu starkes Gejohle, viele riefen ‹ACAB› (Anm. d. Red. all cops are bastards)», sagte Bereswill gegenüber der Bild.

Auch Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) verurteilte die Angriffe. «Die Beteiligten müssen umgehend zur Rechenschaft gezogen werden», schrieb Feldmann am Sonntag auf Twitter. Er forderte zudem, die Polizeipräsenz an solchen «Hotspots» zu erhöhen.

AfD-Bundestagsfraktionsvorsitzende Alice Weidel forderte auf Twitter: «Es muss endlich konsequent durchgegriffen werden.»

Weiteres Vorgehen am Montag besprechen

Frankfurts Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) zeigte sich bestürzt von den Angriffen. «Ich bin fassungslos, dass gezielt Polizeibeamte angegriffen werden, wenn sie einem Menschen helfen wollen.». «Damit ist eine neue Stufe der Gewalt erreicht.» Bei einer Sicherheitskonferenz am Montagvormittag sollen laut Frank weitere Maßnahmen besprochen werden.

In den vergangenen Wochen hatte sich der als edel geltende Opernplatz an der Alten Oper in Frankfurt zur Freiluft-«Partyzone» entwickelt.

(L'essentiel/Karin Leuthold)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • nogefrot am 20.07.2020 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache unser linksgerichteten Medien stänkern wochenlang gegen Polizeigewalt und zeigen 5 Sekunden Filmchen wo das Wesentliche vorsätzlich rausgeschnitten wurde, anstelle sich mal zu Fragen wer zuerst da war, das Huhn oder das Ei.

Die neusten Leser-Kommentare

  • nogefrot am 20.07.2020 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache unser linksgerichteten Medien stänkern wochenlang gegen Polizeigewalt und zeigen 5 Sekunden Filmchen wo das Wesentliche vorsätzlich rausgeschnitten wurde, anstelle sich mal zu Fragen wer zuerst da war, das Huhn oder das Ei.