Diesen Beitrag melden
Man kann doch nicht bei jedem Kunden eines Gartenzenters eine Razzia durchführen, nur weil man dort Kunde ist.
30. Juli 2017 17:48; Akt: 30.07.2017 17:50 Print

Die Tomatensetzlinge im Keller der Familie Harte. Sie gerieten zu unrecht in Verdacht, Drogen anzubauen. (Bild: ZVG)
«Unsere Familie ist nach diesem Vorfall nicht mehr dieselbe», sagt Bob Harte zur «Washington Post». Genau aus diesem Grund zieht der 51-jährige Mann nun die Behörden von Leawood im US-Staat Kansas vor Gericht. Harte verklagt sie wegen Machtmissbrauch und widerrechtlichem Betreten seines Grundstücks am 20. April 2012.
Bildstrecken Cannabis ist gefährlicher als gedachtAn jenem Tag hatte die Polizei eine Razzia im Haus der Hartes durchgeführt. Die Beamten waren auf der Suche nach Drogen. Doch alles, was sie fanden, waren ein paar Tomatenpflanzen aus hydroponischer Zucht.
Hydroponik und Cannabis-Kultur
Der absurde Fall begann mit dem Übereifer eines Verkehrspolizisten. Sergeant James Wingo beobachtete regelmäßig die Aktivitäten vor einem Laden, in dem Zubehör für hydroponische Anzuchtsysteme verkauft wurde. Der Polizist notierte stets die Autokennzeichen der Kunden. Er ging davon aus, dass die meisten von ihnen das Material für den Anbau von Marihuana-Pflanzen benutze.
Er lag nicht ganz falsch: Die erste Razzia der «Operation Constant Gardener» am 20. April 2011 war ein Volltreffer. Begeistert vom Erfolg plante die Polizei ein Jahr später erneute Hausdurchsuchungen.
Diesmal traf es Familie Harte: Der Vater hatte in dem beobachteten Hydroponik-Laden Ware für einen Mini-Garten in seinem Keller gekauft. Mit seinem siebenjährigen Sohn und einer Tochter im Kindergarten-Alter wollte der Mann Tomaten in einem Gewächshaus ohne Erde anbauen. Was er nicht ahnen konnte: Auf der anderen Straßenseite stand Sergeant Wingo und schrieb sich seine Autonummer auf.
Am frühen Morgen des 20. April 2012 stürmten sieben Beamten des Polizeipostens von Johnson County das Haus der Harte's. Sie warfen den Familienvater zu Boden und hielten seine Arme am Rücken fest. Der Rest der Familie sass völlig verängstigt auf dem Sofa, während ein Polizist sein Sturmgewehr auf sie richtete. «Ich lag da, konnte nur die Stiefel der Polizisten sehen und hatte panische Angst um meine Kinder», beschrieb Bob Harte den traumatischen Moment in seiner Anzeige.
Auch wenn sie Verständnis für die Arbeit der Polizei haben, wollen sich Bob Harte und seine Frau Addie — beide ehemalige Mitarbeiter des Geheimdienstes CIA — die Geschehnisse in ihrem Haus nicht gefallen lassen. «Wenn so etwas mit uns passierte, dann sollte sich jeder in diesem Land große Sorgen machen», sagt er.
(L'essentiel/kle)
Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.
«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.
Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Diesen Beitrag melden
Man kann doch nicht bei jedem Kunden eines Gartenzenters eine Razzia durchführen, nur weil man dort Kunde ist.
einklappen
Man kann doch nicht bei jedem Kunden eines Gartenzenters eine Razzia durchführen, nur weil man dort Kunde ist.
USA das Land der begrentzten Unmöglichkeiten ^^ ;)