Sündigste Stadt des Westens

19. September 2017 07:46; Akt: 19.09.2017 07:49 Print

Port Royal – Jamaikas versunkene Piratenstadt

Einst war Port Royal eine Piratenhochburg. Doch ein auf ein Erdbeben folgender Tsunami ließ die Stadt 1692 untergehen. Nun soll sie rekonstruiert werden.

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Die Hafenstadt Port Royal an der Südostküste Jamaikas ist heute ein beschauliches Nest. Früher war das anders.

Im 17. Jahrhundert tummelten sich hier Piraten und Freibeuter aus aller Welt und bescherten dem Städtchen neben immensem Reichtum auch einen schlechten Ruf. Viele Jahre war Port Royal vor allem für seine Sittenlosigkeit und lockere Moral bekannt. Oft war von der «sündigsten Stadt des Westens» die Rede.

Naturgewalten versenken Stadt

Doch am 7. Juni 1692 war mit all dem Schluss. Erst bebte die Erde, dann ließ ein Tsunami das zu den reichsten Städten der Welt gehörende Port Royal zum großen Teil untergehen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Weil die Stadt auf einer Sandbank errichtet worden war, sackte der Untergrund ab und die Bauten rutschten geradewegs ins Meer (siehe Bildstrecke), wo sie sich bis heute befinden.

Große Pläne

«Port Royal ging so schnell unter, dass es – ähnlich wie Pompeji – teilweise am Meeresgrund konserviert ist», kommentiert Jon Henderson von der University of Nottingham die Situation vor der heutigen Küste.

Gemeinsam mit seinem Team ist der Unterwasser-Archäologe daran, die versunkene Stadt mithilfe moderner Technik zu erforschen. Am Ende soll ein dreidimensionales digitales Modell inklusive fotorealistischer Details der Ruinen entstehen.

Schlamm birgt Geheimnis

Das Modell soll erstmals Aufschluss über den Aufbau Port Royals geben, heißt es auf der Projekt-Seite. Denn bisher stützen sich sämtliche Berichte auf Aufzeichnungen.

Wie das alte Port Royal genau ausgesehen hat, weiß bislang niemand. Der Grund: «Die Stadt liegt heute unter einer bis zu drei Meter dicken Schicht aus Korallen, Schlamm und Sand verborgen», so Henderson. Das sei zwar aus archäologischer Sicht gut, weil dadurch vieles konserviert wurde, «aber es lässt andererseits wenig erkennen». Das soll sich nun ändern.

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Die Sicht unter Wasser reicht nicht weit. Trotzdem sind einige Mauern der versunkenen Stadt zu erkennen. (Video: University of Nottingham / Underwater Achaeology Research Center)

(L'essentiel/fee)

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