Touristinnen ermordet

18. Juli 2019 19:08; Akt: 18.07.2019 19:08 Print

Schweizer zu 20 Jahren Haft in Marokko verurteilt

Die Hauptverdächtigen im Fall der zwei skandinavischen Rucksack-Touristinnen sind zum Tod verurteilt worden. Ein Schweizer muss 20 Jahre ins Gefängnis.

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Im Prozess um die mutmaßlich islamistisch motivierte Ermordung zweier skandinavischer Rucksack-Touristinnen in Marokko sind drei Angeklagte zum Tode verurteilt worden. Ein mitangeklagter schweizerisch-spanischer Doppelbürger erhielt 20 Jahre Gefängnis.

Das entschied ein Gericht im marokkanischen Salé am Donnerstag. Angeklagt waren insgesamt 24 Verdächtige aus der radikalislamischen Szene. Die drei Hauptverdächtigen hatten den Mord an den jungen Frauen aus Dänemark und Norwegen im Dezember gestanden.

Schweizer beteuerte Unschuld

Der nun wegen «Gründung einer terroristischen Organisation» verurteilte Schweizer hatte stets seine Unschuld beteuert. Das Gericht verhängte gegen ihn die von der Staatsanwaltschaft geforderte Haftstrafe. Der Mann hat die spanische und die schweizerische Staatsangehörigkeit inne und ist zum Islam konvertiert. Er soll den Haupttätern beigebracht haben, wie sie verschlüsselte Nachrichten verschicken und Waffen benutzen.

«Es gibt keinen Gott neben Gott», sagte der Hauptverdächtige, der in traditioneller salafistischer Kleidung vor Gericht erschien, während der letzten Anhörung am Donnerstag. «Lass ihn mir vergeben», fügte er an.

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits im Dezember die Todesstrafe für die drei Hauptangeklagten gefordert. Die Staatsanwälte gehen davon aus, dass einer von ihnen der Anführer des für die Morde verantwortlichen Dschihadistennetzwerks war.

Mutter eines Opfers forderte Todesstrafe

Auch die Mutter des dänischen Mordopfers, hatte die Todesstrafe gegen die Täter gefordert. «Am gerechtesten wäre es, gegen diese Bestien die Todesstrafe zu verhängen, die sie verdienen», hatte die Dänin vergangene Woche in einem von ihrem Anwalt vor Gericht verlesenen Brief erklärt.

Der Anwalt der dänischen Opferfamilie sagte der Nachrichtenagentur AFP vor der Urteilsverkündung: «Wir erwarten Strafen, die der Grausamkeit der Tat entsprechen.»

Die 24-jährige dänische Studentin Luisa Vesterager Jespersen und ihre vier Jahre ältere norwegische Freundin Maren Ueland waren im Dezember beim Zelten im Atlas-Gebirge brutal ermordet worden. In einem nach dem Mord verbreiteten Video hatten die mutmaßlichen Täter dem Anführer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, die Treue geschworen. Ein weiteres Video zeigte die Enthauptung eines der beiden Opfer. Der Fall hatte in ganz Marokko für Entsetzen gesorgt.

Alle Mittäter sind IS-Anhänger

Alle außer den drei Hauptangeklagten hatten sich während des Prozesses als IS-Anhänger bezeichnet. Für sie forderte die Staatsanwaltschaft Haftstrafen von mindestens 15 Jahren. Für einen der Mittäter plädierte sie auf lebenslange Haft. Der 33-jährige Klempner hatte die drei Hauptverdächtigen begleitet, den Tatort aber kurz vor den Morden verlassen.

Nach Auffassung der Ermittler waren die Verdächtigen von der IS-Ideologie inspiriert, hatten aber keinen Kontakt zu den Dschihadisten in Syrien oder dem Irak. Der IS selbst reklamierte die Tat nie für sich.

(L'essentiel/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Yuki am 19.07.2019 08:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ech sin an all Fall emmer géinnt eng Doudesstroff. Eischtens sin mer dann net besser wéi déi aaner an zweetens as den Doud eng ze einfach an ze séier Stroof. Sollen se dach sou lang wéi méiglech an engem Kerker leiden an verrotten. Gott verzeit eis schliesslech.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Yuki am 19.07.2019 08:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ech sin an all Fall emmer géinnt eng Doudesstroff. Eischtens sin mer dann net besser wéi déi aaner an zweetens as den Doud eng ze einfach an ze séier Stroof. Sollen se dach sou lang wéi méiglech an engem Kerker leiden an verrotten. Gott verzeit eis schliesslech.

    • Knouter am 19.07.2019 10:58 Report Diesen Beitrag melden

      zumols wann se an engem marokkaneschem Prisong setzen.... deen wärt net besser sinn wi den türkeschen.

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