Jahrzehntelang gelogen

12. Mai 2020 17:27; Akt: 12.05.2020 17:32 Print

Serienmord-​​Experte entpuppt sich als Lügner

Ein französischer Schriftsteller gab zu, jahrzehntelang gelogen zu haben. Sogar die Ermordung seines Ex-Freundes hatte er erfunden.

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Der französische Schriftsteller und Experte für Serienmörder Stéphane Bourgoin soll seit 40 Jahren gelogen und gewisse seiner Geschichten frei erfunden haben. Nach anonymem Anschuldigungen zeigte sich Bourgoin geständig. Das berichtet unter anderem «Le Matin». Zum «Parisien» sagte er: «Ich habe gelogen. Als ich in der Öffentlichkeit stand, passierte es, dass ich meine Geschichten verschönerte und gewisse Geschichten übertrieb.»

Der 67-Jährige, der seit vielen Jahren in den Medien präsent ist, versuchte sein jahrelanges Lügenkonstrukt folgendermaßen zu erklären: «Ich hatte immer das Gefühl, nicht geliebt zu werden.» Zudem soll er Angst gehabt haben, mit seiner Arbeit «nicht auf dem neuesten Stand zu sein». Immerhin: Neben einer Erleichterung, dass das Ganze aufgedeckt wurde, fühlt er auch Scham, wie er sagt. «Ich bereue es zutiefst und entschuldige mich aufrichtig», so Bourgoin.

Traumatisches Erlebnis erfunden

Bourgoin hatte ursprünglich behauptet, seit 1979 etwa 77 Mörder interviewt zu haben. Nun ruderte er zurück und korrigiert die Zahl auf etwa 30 Personen. Zudem räumte er ein, dass sein Treffen mit dem verurteilten Mörder Charles Manson komplett erfunden sei. Manson war der Anführer der Manson Family. 1969 hatten vier Mitglieder der sektenähnlich strukturierten Kommune die damals schwangere Schauspielerin und Ehefrau von Regisseur Roman Polanski sowie vier ihrer Freunde auf ihrem Anwesen in Los Angeles ermordet.

Ebenso hatte der 67-Jährige behauptet, dass sein Interesse an Serienmördern auf einem traumatischen Erlebnis beruhe. So erzählte er, dass sein damaliger Partner im Jahr 1976 in Los Angeles vergewaltigt, getötet und in Stücke geschnitten worden sei. Zwar fand dieser Mord statt, doch wie Bourgoin nun zugibt, hatte er das damalige Opfer kaum gekannt.

(L'essentiel/Monira Djurdjevic)

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