Lackporling

11. Oktober 2018 14:35; Akt: 11.10.2018 15:14 Print

Setzen Pilze dem Bienensterben ein Ende?

Zwei Viren-Arten sind für das weltweite Bienensterben mitverantwortlich. Gegen sie ist nun ein Gegenmittel gefunden. Jetzt fehlen nur noch Produktionsverfahren.

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Den Bienen geht es schlecht. Bienenvölker auf der ganzen Welt sind geschwächt und sterben in einem teilweise dramatischen Ausmaß ab. Neben dem Unkrautkiller Glyphosat, der die Tiere laut neusten Erkenntnissen indirekt schädigt, tragen auch Infektionen zur Dezimierung der Tiere bei.

Besonders das Flügeldeformationsvirus und das sogenannte Lake-Sinai-Virus setzen den Beständen zu. Beide werden von der Varroamilbe übertragen, die selbst auch die Bienen schädigt: Wenn die Milbe die Larven befällt, bleiben die ausgeschlüpften Bienen um etwa einen Zehntel kleiner als gesunde Tiere und leben deutlich weniger lang. Zudem kehren sie häufig nicht in den Stock zurück.

Überträger und Krankheit bekämpfen

Bisher versuchte man dem Bienensterben durch Bekämpfung der Milben etwas entgegenzusetzen. Doch künftig könnten auch die Virusinfektionen selbst eingedämmt werden, wie Forscher um Steven Sheppard von der Washington State University im Fachjournal «Scientific Reports» schreiben.

Sie hatten beobachtet, dass Bienen immer wieder bestimmte Pilze anflogen und sich an diesen labten. Das ließ sie vermuten, dass die Schwämme irgendetwas an sich haben müssen, das den Insekten gut tut. Eine Art Bienen-Medizin also, wie es in einer Mitteilung heißt. Möglicherweise sogar eine, die die Tiere gegen das Flügeldeformations- und das Lake-Sinai-Virus schützt.

Offene Fragen und eine Herausforderung

Deshalb verabreichten sie Testvölkern unterschiedlich dosierte Extrakte von Pilzen aus der Gattung der Zunderschwämme (Fomes) und der Lackporlinge (Ganoderma) mit einer Zuckerlösung. Die Tiere in der Kontrollgruppe bekamen lediglich den Sirup.

Nach zwölf Tagen zeigte sich, dass Sheppard und seine Kollegen mit ihrer Vermutung richtig lagen: Die Pilzextrakte schützen die Bienen tatsächlich vor den Viren, wobei der Effekt abhängig von der Dosis ist. Offen ist allerdings noch, «ob das Extrakt das Immunsystem der Bienen stärkt oder die Viren bekämpft», so Sheppard. Das müssten weitere Untersuchungen zeigen.

Bis das Mittel von Imkern eingesetzt werden kann, wird es jedoch noch einige Zeit dauern. Es gebe schlichtweg noch zu wenig Pilzmaterial, so die Wissenschaftler. Zunderschwämme und Lackporlinge seien nicht so einfach zu züchten. Aber man sei bereits daran, die Produktion zu erhöhen.

(L'essentiel/fee)

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