Chlamydien

19. Oktober 2021 07:39; Akt: 19.10.2021 18:29 Print

Sexkrankheit bedroht Koala-​​Population

Unter den australischen Koalas breiten sich Chlamydien aus. Die sexuell übertragbare Krankheit kann im schlimmsten Fall unfruchtbar machen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Chlamydien bereiten nicht nur Menschen Probleme. In Australien ist die sexuell übertragbare Krankheit unter Koalas so weit verbreitet, dass sich Umweltschützer und Umweltschützerinnen nun ernsthafte Sorgen machen. Wie die «Bild» berichtet, sind in einigen Regionen des Landes schon mehr als die Hälfte der Tiere betroffen.

Laut den Umweltschützern und Umweltschützerinnen der Australia Zoo Wildlife Warriors sind sogar mehr als 50 Prozent der im Krankenhaus der NGO aufgenommenen Tiere mit Chlamydien infiziert. Die bakterielle, sexuell übertragbare Krankheit führt zu schmerzhaften Harnwegsinfektionen und kann unfruchtbar machen.

Da alle Behandlungen und Vorsorgemaßnahmen bisher fehlgeschlagen seien, werden jetzt im Rahmen einer Studie 400 Tiere gegen Chlamydien geimpft. Die Forschenden erhoffen sich, dass durch die Impfung das langfristige Überleben und die Fortpflanzung der Tiere gesichert werden kann.

«Es handelt sich um eine grausame Krankheit», wird Amber Gillett, Tierärztin im Australia Zoo Wildlife Hospital und Forschungsleiterin, von der «Bild» zitiert. Wie auch bei Menschen werden Chlamydien bei den Koalas durch Geschlechtsverkehr übertragen. Gillett und ihre Kollegen und Kolleginnen sind sich zudem sicher, dass auch Mütter die Krankheit auf ihre Babys übertragen.

Population wurde durch Buschbrände dezimiert

Eine Antibiotika-Behandlung scheide für die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus, weil sich die Medikamente negativ auf die Verdauung der Tiere auswirken würden. Die Forschenden hoffen deshalb, dass mit dem Impfstoff das Überleben und die Fortpflanzung der Tiere gesichert werden kann.

Die Koalas erhalten jeweils eine Dosis des Impfstoffs und werden mit einem Mikrochip versehen, bevor sie in die freie Wildbahn entlassen werden.

Das Überleben der Koalas zu sichern, sieht Australien als wichtige Aufgabe an. Eine vom World Wide Fund for Nature (WWF) in Auftrag gegebene Studie schätzt, dass allein durch die verheerenden Buschbrände 2019 und Anfang 2020 mehr als 60.000 Koalas getötet oder schwer verletzt wurden. Heute gibt es von den Beutelsäugern laut einer neuen Studie nur noch zwischen etwa 32.000 und 58.000 Individuen.

(L'essentiel/heute.at/job)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.