#MeToo-Aufschrei

18. Oktober 2017 10:53; Akt: 18.10.2017 11:08 Print

Sexuelle Übergriffe passieren jeden Tag

Die #MeToo-Kampagne zeigt, wie viele Frauen schon einmal sexuell belästigt wurden. Auch Männer haben etwas zu sagen – nicht nur vulgäres.

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«Jede Frau wurde mindestens einmal in ihrem Leben sexuell belästigt.» Angesichts der überwältigenden weltweiten Reaktion auf die #MeToo-Kampagne der Schauspielerin Alyssa Milano stellen viele Frauen diese These auf.

Der Hollywood-Star postete: «Falls du jemals sexuell belästigt oder missbraucht worden bist, antworte mit #MeToo (Ich auch) auf diesen Tweet». Das war vor drei Tagen. Die gigantische Reaktion auf diesen Tweet schockiert seitdem die Männerwelt. Warum nur die Männerwelt? Anzügliche Sprüche, ungewolltes Berühren und Schlimmeres sind für Frauen alltäglich.

Klicken Sie sich durch die Diashow (oben) für einige wenige Beispiele des Aufschreis!

Am Jakobsweg aufgelauert

Von 12-jährigen Mädchen, denen im Zug von mehreren Männern brutal zwischen die Beine gefasst wurde, ist da die Rede. Lehrer, die Schülerinnen an den Hintern fassen. Ältere Männer, die im Kino grapschen. Kellnerinnen, die von Gästen bedrängt werden. Männer, die Frauen ins Gesicht schlagen, weil diese einen Blowjob ablehnten. Oder die Geschichte von Twitter-Userin Robin Urban: «Auf dem Jakobsweg lauert mir ein Typ im Wald auf, grüßt freundlich, fängt an zu wi***en.»

Das sind nur einige der tausenden Beispiele, die im deutschsprachigen Raum im Sekundentakt gepostet werden.

Männer sagen auch was

Geschmacklose Gegenstimmen bleiben bei so einem Thema leider nicht aus. Opfer von sexueller Belästigung, die nun öffentlich berichten, was ihnen passierte, werden lächerlich gemacht und verarscht.

Typische Sprüche wie «Regt euch nicht so auf», «Ist doch nicht schlimm» und «Warum habt ihr euch nicht gewehrt?» finden sich zuhauf. Andere reißen blöde Witze.

Die Kritik, dass Männer vom Mitmachen bei der #MeToo-Kampagne ausgeschlossen und zu Tätern verallgemeinert werden, ist allerdings unbegründet. Schließlich geht es darum, Opfer sexueller Gewalt - egal welchen Geschlechtes - sichtbar zu machen. Dass das mehrheitlich Frauen sind, ist in Statistiken belegt.

«Neben jedem, der verletzt wurde, steht einer, der verletzt», formuliert es eine Twitter-Userin. Einige Männer ziehen aus dem Aufschrei auch die richtigen Schlüsse:

«Ich erkenne an, was ihr sagt. Es tut mir sehr leid, was euch passiert. Ich möchte dabei helfen, dass es nicht mehr passiert», schreibt etwa Patrick Catuz.

(L'essentiel/csc)

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