Philadelphia

16. April 2018 10:20; Akt: 16.04.2018 10:29 Print

Shitstorm nach Verhaftung in Starbucks

Zwei Männer warten in Philadelphia in einem Starbucks auf einen Geschäftspartner. Weil sie nichts bestellen, lässt der Kaffeeriese sie verhaften. Nun drohen Kunden mit Boykott.

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Die Männer wurden neun Stunden lang festgehalten. (Bild: DPA/Justin Lane)

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Starbucks muss sich in den USA nach einem Vorfall gegen Rassismus-Vorwürfe verteidigen. Zwei Afroamerikaner sassen in einer Starbucks-Café in der US-Stadt Philadelphia und warteten auf einen Kollegen. Dass sie bis zu dessen Eintreffen noch nichts bestellt hatten, kam den Mitarbeitern von Starbucks verdächtig vor.

Die Männer argumentierten, dass sie sich für einen Termin mit einer Drittperson in diesem Starbucks verabredet hatten. Offenbar glaubten die Mitarbeiter den beiden Schwarzen nicht, denn nach Aufforderungen, die Filiale zu verlassen, riefen sie die Polizei.

«Das ist diskriminierend»

Noch während die angerückten Beamten die fassungslosen Schwarzen verhafteten, tauchte Andrew Yaffe auf, der Mann, auf den die beiden gewartet hatten. Yaffe machte die Polizei und das Starbucks-Personal auf das Missverständnis aufmerksam. Er wollte sich mit den beiden Männern geschäftlich treffen, um eine Investition zu besprechen. «Wieso wurden sie aufgefordert, den Laden zu verlassen», fragt er auf einem Handyvideo die Anwesenden. «Das ist diskriminierend, denkt sonst noch jemand, dass das absolut lächerlich ist», wendet er sich an die anderen Gäste in der Filiale.

Seine Intervention nützt aber nichts mehr, die beiden Schwarzen werden abgeführt und bleiben neun Stunden in Gewahrsam. Sie müssen sich die Fingerabdrücke abnehmen lassen, werden fotografiert und befragt. Dann werden sie entlassen, denn es gebe «nicht genügend Beweise, um die Männer wegen eines Verbrechens anzuklagen», wie die Staatsanwaltschaft entscheidet.

Video führt zu Boykott-Aufrufen

Eine Frau, die den Vorfall im Starbucks gefilmt hat, veröffentlichte das Video auf Twitter und schrieb dazu: «Die Polizei wurde gerufen, weil diese Männer nichts bestellten. Sie warteten auf einen Freund. Der tauchte auf, als sie in Handschellen abgeführt wurden. Alle weißen Leute fragen sich nun, weshalb das uns nie passiert, wenn wir dasselbe machen.»

Auch Starbucks musste zugeben, dass viele Leute sich im Starbucks tagtäglich ähnlich verhalten wie die beiden Schwarzen, deswegen aber nicht vom Personal weggewiesen würden. Die Filialen seien Treffpunkte, wo Menschen auch nur hinkämen um das Gratis-Internet zu nutzen oder sich mit Freunden zu treffen. Nachdem das Video vom Vorfalls viral ging, rufen Twitterer nun zum Boykott der Café-Kette auf.

Der Bürgermeister von Philadelphia zeigte sich bestürzt darüber, dass Philadelphia als Beispiel dazu herhalten müsse, wie Rassendiskriminierung im Jahr 2018 aussehe. Er ordnete eine Untersuchung des Vorfalls an. Der Polizeichef Richard Ross verteidigte die Verhaftung. Die beiden Männer hätten die Toiletten benutzen wollen, was ihnen verweigerte wurde, da sie nichts bestellt hatten. Ross, selbst Afroamerikaner, sagte, die Polizeibeamten forderten die beiden dreimal dazu auf, die Filiale zu verlassen und sie sich aber weigerten. Deshalb seien sie verhaftet worden und mittlerweile wieder auf freiem Fuß. «Meine Männer haben nichts Falsches gemacht».

Starbucks entschuldigt sich

Nachdem der Unmut in den sozialen Medien immer größer wurde, äußerte sich Starbucks zum Vorfall und entschuldigte sich:

Starbucks-Chef Kevin Johnson entschuldigte sich bei den beiden Männer für die rassistischen Vorwürfe. In einer ausführlichen Stellungsnahme bezeichnete er den Vorfall als «entmutigend» und die Verhaftung als «verwerflich». Johnson sagte, es sei falsch gewesen, die Polizei zu verständigen. Er kündigte eine Überprüfung der Geschäftspraktiken an.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • #BLM am 16.04.2018 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wann Kand am Petz leit da get gekukt wat falsch gelaaf as an probeiert sech ze entschellegen. Also mech wärt Starbucks soubal net mei gesin dat do as lamentabel. #BLM-STARBUCKS

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  • ech 1964 am 17.04.2018 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wann een nächt drenken well huet een och neischt do verluer esou einfach ass daat also huet Starbucks an Police an dem Fall neischt falsch gemeet

  • Angel am 16.04.2018 23:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dat ass Amerika

Die neusten Leser-Kommentare

  • ech 1964 am 17.04.2018 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wann een nächt drenken well huet een och neischt do verluer esou einfach ass daat also huet Starbucks an Police an dem Fall neischt falsch gemeet

  • Angel am 16.04.2018 23:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dat ass Amerika

  • #BLM am 16.04.2018 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wann Kand am Petz leit da get gekukt wat falsch gelaaf as an probeiert sech ze entschellegen. Also mech wärt Starbucks soubal net mei gesin dat do as lamentabel. #BLM-STARBUCKS

    • porcinet am 16.04.2018 22:38 Report Diesen Beitrag melden

      ech gin nie, den Kaffi as ruppeg an net ze drenken well en sou waarm as. Ech well och keen kaffi vun Monsanto ennerstetzen.

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