Busunglück auf Madeira

02. Mai 2019 11:40; Akt: 02.05.2019 11:42 Print

So kam es zum Verwechslungsdrama

Fünf Tage lang warteten zwei Brüder am Krankenbett ihrer angeblichen Stiefmutter. Doch diese war beim Busunglück von Madeira ums Leben gekommen.

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Heidemarie und Klaus U. aus Neumünster saßen im Unglücksbus, der am 17. April auf der portugiesischen Insel Madeira verunglückte. Insgesamt kamen 29 Menschen ums Leben.

Die beiden erwachsenen Söhne des Rentners Klaus U. (80) erfuhren, dass ihr Vater unter den Unfalltoten ist. Wie die «Bild» berichtet, wurden die Überlebenden drei Tage nach dem Unfall zurück nach Deutschland geflogen.

Schwer Verletzte wurden in die Kölner Unfallklinik gebracht, darunter auch eine Frau aus Hannover, welche als Stiefmutter der beiden Söhne identifiziert wurde. Dies stellte sich jedoch später als Fehlinformation heraus (20 Minuten berichtete).

Wie konnte es zu dem Verwechslungsdrama kommen? Eine Mitarbeiterin des Auswärtigen Amtes habe anhand einer Buchstabentafel nach den Namen gefragt, erzählt einer der Söhne gegenüber «Bild». Die Überlebende aus Hannover habe zweimal auf das U. gedrückt, womit für das Amt klar war, dass es sich um Heidemarie U., die Frau des verstorbenen Klaus U., handeln musste.

Opfer war stark bandagiert

Ausweis, Portemonnaie, Führerausweis – alle Dokumente von Heidemarie U. wurden im Krankenzimmer der fremden Person deponiert, die im künstlichen Koma lag. Obwohl sie stark bandagiert war, konnten die beiden Brüder anfänglich eine große Ähnlichkeit mit ihrer Stiefmutter feststellen. Nur anhand der Zähne fiel ihnen schließlich auf, dass etwas nicht stimmte.

Nach insgesamt fünf Tagen hatte man bei einer der Toten einen Ehering entdeckt. Darauf war der Name des Ehemannes Klaus U. eingraviert. Ein Zahnabgleich brachte die letzte traurige Gewissheit, dass es sich bei der Toten um die echte Heidemarie U. handelt.

«Da ist viel schiefgelaufen», sagt einer der Söhne weiter zu «Bild». Das Auswärtige Amt habe sich bezüglich der Verwechslung nicht äußern wollen. Die Brüder hätten die Angelegenheit mittlerweile «mit dem Amt geklärt».

(L'essentiel/kat)

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