Tierische Attacken

05. September 2021 12:57; Akt: 05.09.2021 13:00 Print

So wehren sich Kraken gegen Belästigung

Nein heißt nein: Das gilt auch im Tierreich – etwa bei weiblichen Kraken. Wer sie zu sehr nervt, muss damit rechnen, abgeschossen zu werden.

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In Jerveis Bay, einer Krakenmetropole südlich von Sydney, haben Forschende um den Biologen Peter Godfrey-Smith von University of Sydney eine Entdeckung gemacht. Sie beobachteten, wie einige Vertreter der Art Octopus tetricus tetricus immer wieder Sedimente, Tang oder Muschelschalen durch das Wasser schleuderten und dabei auch Artgenossen trafen – und das absichtlich, wie nun klar ist.

Zwar gab es schon früher Berichte von Kraken, die Dinge «warfen». Allerdings verbuchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diese Aktionen bisher ausnahmslos als Zufallstreffer, die passieren, wenn die Kraken Nahrungsreste loswerden oder ihre Behausung säubern wollten.

Zehnmal nach Männchen geworfen

Über die Jahre filmte das Team um Godfrey-Smith viele solcher Wurfszenen. Die Auswertung des Materials zeigte, dass es durchaus Unterschiede zwischen den Würfen gibt. So zeigte etwa eine Aufnahme aus dem Jahr 2016, wie ein Weibchen zehnmal bewusst auf ein Männchen abzielte, das sich offensichtlich paaren wollte: Fünfmal traf das Weibchen. Viermal versuchte das Männchen auszuweichen, was ihm aber nicht immer glückte. Nur zweimal brachte er sich rechtzeitig in Sicherheit, schreiben die Forschenden in einer Vorabstudie.

Weiter berichten Godfrey-Smith und seine Kollegen und Kolleginnen, dass die Würfe heftiger ausfielen, wenn sie gezielt unternommen wurden. Zudem nutzten die Kraken dann eher Sediment als Muschelschalen. Das zum Wurfgeschoss umfunktionierte Material nahmen sie eher den zweiten und fünften Tentakel. Beim Reinigen waren es dabei stets die Fronttentakel.

Und noch etwas fiel den Forschenden auf: Keiner der attackierten Gegenüber wehrte sich oder warf etwas zurück. Lediglich in einem Fall wechselte der Attackierte die Farbe und feuerte eine Muschel in den Ozean – eventuell um Wut abzulassen, so die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Sie hatten sich spontan für die Vorabveröffentlichung entschieden, wie NewScientist.com schreibt. Grund dafür war die Veröffentlichung eines Artikels, der darauf hinwies, dass Eisbären bei der Jagd manchmal Felsen oder Eisbrocken als Waffen einsetzen, indem sie beispielsweise Felsen von Klippen auf Walrosse werfen (siehe Video oben).

(L'essentiel/Fee Anabelle Riebeling)

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