Gewalt an Frauen

12. November 2020 07:22; Akt: 12.11.2020 07:25 Print

Taliban stechen Frau die Augen aus, weil sie arbeitet

Einer Frau sind die Augen ausgestochen worden, weil sie es gewagt hatte, bei der Polizei zu arbeiten. Hinter der Attacke steckt ihr eigener Vater.

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Die 33-jährige Khatera erwachte im Krankenhaus, alles war dunkel. Sie fragte die Ärzte, was mit ihren Augen sei. Die Mediziner erklärten, ihr Gesicht sei aufgrund ihrer Verletzungen bandagiert. Doch Khatera verstand in dieser Sekunde, dass sie ihr Augenlicht verloren hatte.

Der Nachrichtenagentur Reuters erzählt die Afghanin aus der Provinz Ghazni , dass sie sich auf dem Heimweg von der Arbeit befand, als drei Männer auf Motorrädern über sie herfielen. Sie schossen auf sie und stachen ihr die Augen mit einem Messer aus – alles nur, weil sie berufstätig war.

Ihr Vater steckt hinter der Attacke

Bei den Angreifern handelt es sich um Mitglieder der Taliban. Die Männer sollen laut Ermittlungen von Khateras Vater engagiert worden sein. Der Mann war vehement dagegen, dass seine Tochter außerhalb des Hauses eine Arbeit verrichtet. Er wurde mittlerweile festgenommen und sitzt in U-Haft.

Die Angreifer haben der 33-Jährigen mit der brutalen Tat aber nicht nur das Augenlicht genommen, sondern auch ihren Traum von Selbständigkeit. Vor einigen Monaten hatte Khatera angefangen, bei der Polizei als Beamtin in der Kriminalabteilung zu arbeiten.

Sie sagt jetzt, wie schmerzhaft das alles für sie sei: «Ich wünschte, ich wäre länger im Dienst gewesen, zumindest für ein Jahr. Hätte sich der Angriff danach ereignet, wäre es weniger schmerzhaft gewesen. Es ist einfach zu früh passiert… Ich konnte nur drei Monate lang arbeiten und meinen Traum leben.»

Für die Taliban ist dies «eine familiäre Angelegenheit»

Im Gespräch mit Reuters berichtet Khatera, dass sie schon als Kind davon geträumt hatte, irgendwann einen Job zu haben. Die Unterstützung von ihrem Vater erhielt sie dabei nie. Im Gegenteil: Er war strikt dagegen. Nicht aber so Khateras Ehemann, der voll und ganz hinter ihrer Entscheidung stand.

Ein Sprecher der Islamischen Talibanbewegung gab zu, dass die Taliban zwar über den Vorfall informiert gewesen seien, aber nichts damit zu tun hätten. Es handele sich um «eine familiäre Angelegenheit».

Khateras Schicksal ist kein Einzelfall. Menschenrechtsorganisationen bestätigen, dass vermehrt zu beobachten sei, dass arbeitende Frauen teils mit großer Gewalt attackiert werden. Die Aktivisten gehen davon aus, dass dies unter anderem eine Folge der konservativen gesellschaftlichen Normen und des immer größer werdenden Einflusses der Taliban in Afghanistan sei.

(L'essentiel/Karin Leuthold)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nico am 12.11.2020 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    na dann, immer her mit den Kerlchen. Die werden hier Millionenfach fündig. Dann haben se auch was hier zu tun. Ekelhaft. Es wird Zeit, diese Kreaturen, mal mit einem richtigen und beherzten Anführer am besten Anführerin eine unermüdliche Hetzjagt auf diese Bastarde gemacht wird. Unaufhöflich und sofortige Tötung muss hier an den Tag gelegt werden. Schnell und lautlos. So wie ein Virus den man auslöschen "will".

  • Simone am 12.11.2020 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Do brauche mir Feministen, net hei...

  • Love am 12.11.2020 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt frag mich noch mal jemand, warum die nicht nach Europa gehören

Die neusten Leser-Kommentare

  • Love am 12.11.2020 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt frag mich noch mal jemand, warum die nicht nach Europa gehören

  • Simone am 12.11.2020 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Do brauche mir Feministen, net hei...

  • Gerd am 12.11.2020 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    déi sin komplett Matsch an der Birr.

  • Nico am 12.11.2020 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    na dann, immer her mit den Kerlchen. Die werden hier Millionenfach fündig. Dann haben se auch was hier zu tun. Ekelhaft. Es wird Zeit, diese Kreaturen, mal mit einem richtigen und beherzten Anführer am besten Anführerin eine unermüdliche Hetzjagt auf diese Bastarde gemacht wird. Unaufhöflich und sofortige Tötung muss hier an den Tag gelegt werden. Schnell und lautlos. So wie ein Virus den man auslöschen "will".

  • svendorca am 12.11.2020 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    einfach grausam..